SCVM

Doppelte Premiere beim SC Vier- und Marschlande

Foto: Volker Koch

Fünfhausen. 495 Minuten. So lange dauerte die Ladehemmung bei den Fußballern des SC Vier- und Marschlande. Gegen den Bramfelder hatte das Warten ein Ende. Auch für Kapitän Matthäus Kosik.

Was er mit seinen Armen anstellen sollte, das wusste Matthäus Kosik nicht so recht. Wie auch. Schließlich hatte der Kapitän des SC Vier- und Marschlande gerade sein erstes Tor in Hamburgs Fußball-Oberhaus erzielt. Der 25-Jährige entschied sich dafür, die Arme nach vorne auszustrecken und loszustürmen. Er kam nicht weit. Dann fielen ihm seine Teamkameraden um den Hals und hätten ihn fast erdrückt.

Was hätte es an diesem Tag auch Besseres geben können? Der SCVM gewinnt zum ersten Mal in diesem Jahr in der Oberliga, und Kosik markiert in der Nachspielzeit gegen den Bramfelder SV den 4:1-Endstand.

Allerdings war den Vier- und Marschländern die Verunsicherung nach fünf sieg- und torlosen Partien anzumerken. Die auf einen Abstiegsplatz abgerutschten Hausherren benötigten eine halbe Stunde, bis sie Torgefahr entwickelten. Dann ging es aber ganz schnell.

Gleich die zweite Chance nutzte Philip Siegmund zum 1:0. Der 20-Jährige war im Strafraum zu Fall gekommen, rappelte sich blitzschnell auf, eroberte den Ball zurück und stocherte ihn aus spitzem Winkel rein (38.). Es war das erste Tor des SCVM im Jahr 2013.

Die einzige Unsicherheit von Routinier Jasmin Bajramovic, der einem Bramfelder das Spielgerät genau in den Lauf legte, bescherte Bramfeld den schmeichelhaften Ausgleich (Ömer Akyörük, 42.).

Kurz nach dem Seitenwechsel die passende Antwort des SCVM: Sebastian Benson drückte eine Kopfballvorlage von Bajramovic zum 2:1 über die Linie (49.). Danach hätten die Hausherren alles klar machen können. Aber Siegmund (53.) und Sandjar Ahmadi (55., 59.) ließen beste Möglichkeiten aus.

Nun begann das große Flattern. Nach einem Kopfball von Carsten Henning konnte SCVM-Keeper Axel Möring den erneuten Ausgleich nur mit einem Reflex abwehren (65.). Zudem scheiterte Beytullah Atug an Patrick Tabor im BSV-Tor (75.).

Erst als die Gäste in Überzahl (Rot für Ahmadi, 82./Tätlichkeit) alles auf eine Karte setzten, kam der SCVM zu zwei Kontertoren. Erst traf Atug (87.) und schließlich Kosik, der zuletzt vor knapp zwei Jahren in der Landesliga getroffen hatte und daher ungeübt beim Torjubel ist (90.+1). Damit hatte er übrigens etwas mit Trainer Benjamin Scherner gemein. "Ich muss erst überlegen, was man nach einem gewonnenen Spiel so sagt", gab er zu Protokoll.

Die nächste Aufgabe für sein Team hat es in sich: Es steht das Lokalderby gegen den SV Curslack-Neuengamme auf dem Programm. "Da geht es ans Eingemachte", ahnt Scherner.

SCVM: Möring (2); Hackstein (3-4), Bajramovic (3), Benson (2-3), Schröder (3); Kosik (3), Stegmann (-) ab 12. Siegmund (2), Westermann (2-3) ab 87. Füllenbach (-); Ahmadi (4), Atug (3), Güven (3) ab 69. Gimeno (2).