Fußball kurios

Kreisklasse-Fußballer spielen zu zwölft

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Düneberg. "Elf Freunde müsst ihr sein", sagen Fußballer. Manchmal aber auch zwölf. Zumindest spielten die Kreisklasse-Fußballer des VfL Grünhof-Tesperhude mit einem Mann mehr - und das immerhin 36 Minuten lang. Wir erzählen die kuriose Geschichte.

"Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen", heißt die geläufige Fußball-Weisheit in vollständigem Wortlaut. Das hatte bei den Kreisklasse-Fußballern des VfL Grünhof-Tesperhude in dieser Saison in 15 Partien allerdings erst einmal geklappt. Also probierte der - um bei berühmten Fußballerzitaten zu bleiben - mit allen Abwassern gewaschene Tabellenvorletzte im Geesthachter Derby beim Düneberger SV II was Neues aus. Das klappte 36 Minuten. Dann bemerkten die Gastgeber: "Hier stimmt was nicht!" Ein Düneberger hatte nachgezählt, und tatsächlich, die Gäste, die zu diesem Zeitpunkt 2:0 führten, spielten zu zwölft.

Nun war guter Rat teuer. Der Schiedsrichter wollte die Begegnung einfach fortsetzen, nachdem der überzählige Kicker das Feld verlassen hatte. Das hätte auch dem Reglement entsprochen, wie der ehemalige Zweitliga-Schiedsrichter und Sprecher des Hamburger Fußball-Verbands Carsten Byernetzki aufklärte: "Der Vorgang muss im Spielbericht vermerkt werden. Über die Wertung entscheidet dann das Sportgericht."

Nicht so in Düneberg. Beide Trainer und Kapitäne beschlossen: "So geht's nicht." Sie setzten sich über den Referee hinweg und die Partie beim Stand von 0:0 fort. Doch auch mit elf gegen elf waren die Grünhofer an diesem Tag nicht zu schlagen. Sie schossen noch einmal zwei Tore, sodass der Endstand - unter Vorbehalt - 2:0 lautet.

Verzählt hatte sich übrigens VfL-Trainer Tassilo Bigall. "Der Depp bin ich. Echt peinlich." Zu seiner Beruhigung sei gesagt: Auch ehemalige Bundesliga-Trainer wie Fritz Langner hatten es nicht mit Zahlen: Wie sagte er doch einst? "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

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