Erneute Platzsperre in Geesthacht

"Fußballplätze sind keine Zierflächen"

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Geesthacht. Es ist schon kurios: Im gesamten Gebiet des Hamburger Fußball-Verbandes kann ab dieser Woche wieder gespielt. Nur in Geesthacht sind noch Plätze gesperrt. Und dass, obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft die Anlagen freigegeben sind. "Die Stadt ist übervorsichtig", meint Volker Tack, Präsident des FSV Geesthacht.

Früher war alles besser. Als sich Hartmut Weinert (78), Torwart-Idol des Düneberger SV, dieser Tage über die vielen Spielabsagen in seiner Heimatstadt Geesthacht wunderte, kramte er eine Anekdote aus seiner Laufbahn hervor. "Einmal war der Grandplatz von Paloma so matschig, da hat der Schiedsrichter in Gummistiefeln gepfiffen", erinnert sich Weinert. Heute wäre dies in Geesthacht undenkbar.

Während im gesamten Bereich des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) und auch in unmittelbarer Nachbarschaft (Escheburg, Hamwarde, Schwarzenbek, Lauenburg) in dieser Woche wieder gespielt wird, sind nur in Geesthacht alle Grandplätze sowie der Naturrasen im Stadion Berliner Straße noch mindestens bis einschließlich Donnerstag gesperrt. Warum ist das so?

Die Sportredaktion hat die Plätze an der Berliner Straße und am Neuen Krug sowie die Anlage des Escheburger SV besichtigt. Fazit: Der Platz des ESV ist im schlechtesten Zustand. Geesthachts Pressesprecher Torben Heuer bestätigt: "Wir nehmen unsere Sportplätze sehr ernst. Darum sperren wir sie vielleicht eher als andere Gemeinden, dafür sind die Plätze aber auch in einem besseren Zustand."

Nur wofür? Denn die Leidtragenden sind die Fußballer des FSV Geesthacht und des VfL Grünhof-Tesperhude. Die "Zweite" des FSV etwa muss bis zum Saisonende in vier Wochen am 12. Mai noch zwölf Spiele bestreiten. "Der Platz am Neuen Krug war am vergangenen Wochenende tipptopp. Da hätte gespielt werden können. Aber die Stadt ist übervorsichtig. Ein Sportler wäre da praktischer. Schließlich sind das Fußballplätze und keine Zierflächen", sagt FSV-Präsident Volker Tack.

Der HFV kann in dieser Sache nicht eingreifen. "Wenn die Stadt Geesthacht die Plätze sperrt, können wir uns nicht dagegen wehren. Aber es macht mich schon stutzig.", sagt Thorsten Picker, beim Verband seit 19 Jahren für die Ansetzungen zuständig. "Bei dieser Witterung vier Tage im Voraus zu sperren, maßen wir vom HFV uns nicht an. Da muss man doch für die Vereine flexibel sein", ergänzt er.

Die Stadtvertreter sind sich keiner Schuld bewusst. "Unsere Fachleute geben nach einer Besichtigung am Montag ihre Einschätzung ab", sagt Heuer. "Dann sind da vielleicht nicht die richtigen Leute am Werk", hält Grünhofs Schiri-Obmann Wolfgang Abbe dagegen und sagt: "Noch vor 20 Jahren wurde auf Schnee gespielt. Heute ist angeblich die Verletzungsgefahr zu groß." Wie war das noch mit früher?