SV Curslack-Neuengamme

Ein emotionales Auf und Ab

Foto: Bode / Hanno Bode

Garstedt. Der SV Curslack-Neuengamme fühlte sich in der Partie der Fußball-Oberliga bei Eintracht Norderstedt schon als Sieger. In der Nachspielzeit kassierten die Vierländer dann noch den Treffer zum 2:2.

Binnen 60 Sekunden hatten die Oberliga-Fußballer des SV Curslack-Neuengamme einen 0:1-Rückstand bei Eintracht Norderstedt in ein 2:1 verwandelt. Die Vierländer wollten ihren Jubelkreis gar nicht mehr auflösen, knuddelten wie ein Pärchen miteinander, das sich ein halbes Jahr nicht gesehen hat. Doch noch war die Uhr des unsicheren Referees Paul Jennerjahn (TSC Wellingsbüttel) nicht abgelaufen. Es folgten für den SVCN schicksalhafte 40 Sekunden, an deren Ende Alexander Pohlmann Eintracht-Joker Ivan Sa Borges Dju im Strafraum unglücklich in die Haken lief und so einen Strafstoß verursachte. Linus Meyer verwandelte sicher (90.+1), sodass Curslack im Jahr 2013 weiter sieglos bleibt.

"Das ist ganz bitter", stammelte der sichtlich mitgenommene Trainer Torsten Henke nach einer an Dramatik kaum zu überbietenden Oberliga-Partie. Für ihn und seine Mannschaft war der Gastauftritt vor 250 Zuschauern in Garstedt ein emotionales Auf und Ab. Da war die erste Hälfte, in der die Vierländer eine taktisch nahezu perfekte Leistung zeigten, Norderstedt aber glänzend verteidigte. In der zweiten Hälfte hatte Marcel von Hacht zunächst Pech, dass er bei seinem Kopfballtreffer im Abseits stand (50.), dann verzog Rinik Carolus aus aussichtsreicher Position (57.). Im Anschluss bekamen die Vierländer immer weniger Zugriff auf die Partie und konnten die Norderstedter Angriffe nicht mehr frühzeitig unterbinden. In Rückstand geriet Curslack nach einem Freistoß, der über Umwege zu Jürgen Tunjic gelangte. Der Rest war für den Routinier Formsache (65.). Bitter für den SVCN: Vorlagengeber Jan-Philipp Rose hatte sich höchst fragwürdig gegen Philip Pettersson durchgesetzt. Es war nicht die einzige Fehlbeurteilung von Schiedsrichter Jennerjahn, der aber immerhin seiner Linie treu blieb. Der Spielleiter entschied jede kniffelige Aktion zugunsten der Hausherren.

Doch weder davon noch von einigen Möglichkeiten der Eintracht zum 2:0 ließ sich Curslack demoralisieren. Und der große Kampf wurde schließlich belohnt. Zunächst traf der stark formverbesserte von Hacht aus dem Gewühl heraus zum 1:1 (89.), bevor Jan Landau das Henke-Team eine Minute später per Seitfallzieher in Führung brachte. Von Hacht hatte dem Top-Torjäger perfekt aufgelegt. Es folgten der besagte Austausch von "Zärtlichkeiten" und Pohlmanns Fauxpas. Die Vierländer fühlten sich danach wie ein Pärchen, das voneinander Abschied nehmen muss.

SVCN: Böse (2); Pettersson (3) ab 74. Wulff (-), Blättermann (2-3), Barlak (2-3), Wilhelm (3), ab 70. Pohlmann (-); Zöpfgen (3), Papke (3) ab 83. Goldgraebe (-), Möller (3), Carolus (3); von Hacht (2), Landau (3-4).