Alle vier Tage ein Spiel

Amateurfußballer in Terminnöten

Foto: Volker Koch

Bergedorf. Am Wochenende geht nichts auf Hamburgs Fußballplätzen. Bereits zum zweiten Mal in Folge sind alle Punktspiele abgesagt. Das Wetter ist einfach zu schlecht. Doch es könnte noch schlimmer kommen: Sollte auch an Ostern nicht gespielt werden können, muss das Saisonende wohl verschoben werden.

Eine Reise ins Mekka aller Fußballausfahrten, nach Mallorca, haben die Kreisliga-Fußballer des SV Hamwarde über Pfingsten gebucht. Das Team des Oberligisten SC Vier- und Marschlande will Anfang Juni an "die längste Theke der Welt" in Düsseldorf.

Doch ob sie ihren Törn eine Woche nach dem jeweiligen Saisonende antreten können, steht derzeit in den Sternen. Aufgrund der schlechten Wetterlage sind an diesem Wochenende alle Begegnungen bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Selbst eine Verlängerung der Spielzeit ist nicht mehr ausgeschlossen. "Wenn an Ostern nicht gespielt werden kann, müssen wir ernsthaft darüber nachdenken", sagt Carsten Byernetzki, Pressesprecher des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV).

Und die Prognosen der Meteorologen verheißen nichts Gutes für die Amateurfußballer aus dem Heimatgebiet. Noch bis Mitte der kommenden Woche sind für Hamburg knackige Nachtfröste vorausgesagt. Auch tagsüber knackt das Thermometer kaum die Null-Grad-Marke. Weil der Schnee auf den Grand- und Naturrasenplätzen aber Zeit benötigt um abzutauen, sind viele Partien an Ostern - für die meisten Teams sind zwei Nachholspiele angesetzt - stark gefährdet. Für den HFV ein Horrorszenario.

Denn auch ohne Verlängerung der Saison wartet auf die Vereine schon jetzt ein Mammutprogramm. Vorausgesetzt der SC Vier- und Marschlande kann am Karfreitag wieder spielen, bleiben noch 57 Tage für 14 Partien, die Hamwarder müssten in 45 Tagen 13 Mal ran. "Das kann brutal werden", ahnt SCVM-Trainer Benjamin Scherner. Etwa wenn sein Team am 23. April, einem Dienstag, um 18.30 Uhr in Buchholz antreten soll. Leistungsträger Jasmin Bajramovic wird dann wohl fehlen. Der Lehrer arbeitet bis 17 Uhr an seiner Schule in Poppenbüttel.

"Wir können die Saison nicht beliebig nach hinten verschieben", erklärt derweil HFV-Sprecher Byernetzki. Einige Plätze stehen nicht endlos zur Verfügung, weil sie bereits für die neue Saison geschont werden müssen. Auch die riesigen Stornokosten für die Ausfahrten seien ein Problem. "Darum ist die Verlängerung der Saison das letzte Mittel", betont er.

"Das Problem ist hausgemacht, das kommt doch nicht zum ersten Mal vor", bemängelt indes Hamwardes Trainer Henrik Voigt und fragt: "Warum spielt man nicht im Sommer, am Anfang der Saison, einige englische Wochen? Dann ist das Wetter noch gut, und es kommen auch mehr Zuschauer als an einem Dienstag im März."

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