FSV Geesthacht

Fast alle Fußballer bleiben beim FSV Geesthacht

Foto: FSV

Geesthacht. Auf der Jahreshauptversammlung vollzieht der Verein die Abspaltung vom VfL Geesthacht. Der Vorstand wurde mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet.

Heute bekommt die Geschäftsstelle des VfL Geesthacht Besuch von Volker Tack, dem Präsidenten des FSV Geesthacht, unter dem Arm einen Pappkarton mit knapp 248 Zetteln. Es sind die Kündigungen der FSV-Mitglieder beim VfL. Damit wird die Trennung der Klubs dann amtlich sein. Der FSV ist nicht länger ein "Verein im Verein" unter dem Dach des Großklubs VfL, er wagt den Schritt in die Eigenständigkeit.

"Wir brauchten kaum Überzeugungsarbeit zu leisten", staunt Olaf Aurin, beim FSV zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Fast alle 248 FSV-Mitglieder bleiben dem Verein auch in Zukunft treu. Seit zwei Jahren haben die Verantwortlichen des FSV diesen Schritt vorbereitet, seitdem klar war, dass das Fusionsprojekt im Geesthachter Fußball gescheitert ist. Nie war es gelungen, neben FSV und VfL noch weitere Vereine für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Zudem knirschte es zwischen den Fusionsklubs. Der FSV beklagte sich über die hohe Verwaltungsabgabe - rund 7500 Euro oder 40 Prozent der Mitgliedsbeiträge - an den VfL -, beim Großklub gab es Bedenken über finanzielle Unwägbarkeiten bei den 1. Herren des FSV.

Auf der Jahreshauptversammlung spielten diese Dinge jedoch nur noch eine Nebenrolle. "Wir wollen keine schmutzige Wäsche waschen", betonte Tack, "es ist schade, dass sich die Vision eines großen Geesthachter Fußballvereins nicht erfüllt hat."

Dass Tack darauf bedacht ist, das Verhältnis zum VfL nicht zu belasten, ist kein Wunder: Beide Vereine dürften einander auch in Zukunft noch brauchen. Denn nach dem Austritt der FSV-Mitglieder steht der VfL praktisch ohne Fußball-Abteilung dar, will diese Sportart aber auch künftig anbieten. Das geht entweder über die Gründung einer eigenen Abteilung oder über eine Kooperation. "Wir gehen davon aus, dass wir als Kooperationspartner gefragt würden", betont Tack, "man darf den Blick auf die Mitglieder nicht verlieren. Wenn ein Kind beim VfL turnt und daneben auch Fußball spielen will, dann muss man es ihm ermöglichen."

Der Gang in die Unabhängigkeit ist für den FSV ein Weg der tausend Kleinigkeiten. Viel muss bedacht werden. Bislang waren FSV-Mitglieder über den VfL beim Sporttreiben versichert. Nun müssen sie einen Antrag beim neuen, eigenständigen FSV abgeben, der den Versicherungsschutz künftig bereitstellt. Bei dieser Gelegenheit will Tack auch mit Missständen der Vergangenheit aufräumen: "Viele hatten bei uns einen Spielerpass, ohne Mitglied zu sein. Das ist nun vorbei."

Ein weiterer Punkt ist die FSV-Satzung, die zahllose Verweise auf den VfL enthält. Um dies zu ändern, gab die Mitgliederversammlung des FSV dem Vorstand weitreichende Befugnisse: Er kann die Satzung einmalig ändern, ohne die Versammlung noch einmal fragen zu müssen. Dabei mitwirken wird dann auch FSV-Urgestein André Wengorra, der neu zum stellvertretenden Präsidenten gewählt wurde.