Bergedorf 85

Alfred Gerdts gewinnt Machtkampf

Foto: bode / Hanno Bode

Bergedorf. Der Trainer des Fußball-Oberligisten Bergedorf 85 verzichtet auf zahlreiche Spieler. Hakan Karadiken bekommt keinen Posten bei den "Elstern".

Da standen Pascal Eggert und Felix Anders nun auf dem Nachbarplatz und kickten sich den Ball hin und her. In Zivil, wohlgemerkt. Die beiden Neuzugänge von Bergedorf 85, sie fehlten im Testspiel gegen den SV Eichede. Genauer gesagt: Sie durften nicht mitspielen. "Ich habe sie nicht geholt und habe sie auch nicht gewollt", erklärte der Trainer des Schlusslichts der Fußball-Oberliga. Berater Hakan Karadiken hatte Anders (FC Türkiye) und Eggert (SV Curslack-Neuengamme) wie die ehemaligen GSK-Spieler Mohamed Al-Jilani, Fatih Okur, Melih Medoglu und Botan Sabir verpflichtet. Doch auch sie finden sich nicht im neuen, 22 Mann starken Kader der "Elstern" wieder. In Sachen Karadiken bleibt alles beim Alten und der ehemalige GSK-Coach außen vor.

Zur Erinnerung: Beim Testspiel am vergangenen Dienstag gegen den TSV Wandsetal hatte es Karadiken auf einen Machtkampf mit Gerdts ankommen lassen. "Seine Jungs" traten nicht an. Die Folge ist nun, dass der "Elstern"-Coach auf diese Spieler verzichten will. Karadiken steht nun als großer Verlierer da. "Hakan hat und wird bei '85' nichts zu sagen haben", stellte Gerdts klar. Auf einer Sitzung sprach sich die sportliche Leitung um Ligamanager Markus Gohr und Teammanager Sven Meyer gegen Karadiken aus. Der Vorstand hat zwar keine endgültige Entscheidung getroffen. Doch auch der 1. Vorsitzende Marcel Knothe hatte sich im Vorwege gegen Karadiken gestellt.

Ohne "Hakans Jungs" sind die Chancen, den Klassenerhalt in der Oberliga zu schaffen, allerdings gleich Null. Das würde Gerdts zwar so nie sagen, doch die Planungen für die Landesliga laufen. Ein Beispiel: Unter den 15 Neuzugängen gibt es kaum Spieler mit Oberligaerfahrung. "Ich möchte eine Mannschaft für die kommende Saison aufbauen", erklärte Gerdts.

Dass noch viel Arbeit vor ihm liegt, hat die Partie gegen den SV Eichede gezeigt. Nur 14 Spieler konnte der "Elstern"-Coach aufbieten. Und die waren schlichtweg überfördert. Ohne sich groß zu verausgaben, kam der Zweite der Schleswig-Holstein-Liga, der vom früheren Bergedorfer Kapitän Oliver Zapel trainiert wird, zu einem 6:0 (3:0)-Sieg.

Und Karadiken? Der gab sich ungewohnt einsilbig. "Ich möchte nichts dazu sagen", erklärte der frühere GSK-Trainer. Hätte sich der 37-Jährige, der in den vergangenen Wochen gern als "Lautsprecher" aufgetreten ist, etwas früher zurückgenommen, vielleicht wäre es etwas geworden mit einem Posten an den Sander Tannen. Doch derzeit ist die Tür verschlossen.

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