48. Bergedorfer Crosslauf

Spannend bis zur Ziellinie

Foto: Volker Koch

Bergedorf. Mourad Bekakcha vom Hamburger SV gewinnt beim Cross im Bergedorfer Gehölz wie im Vorjahr den Hauptlauf. Das Frauen-Rennen entscheidet Katharina Nüser (LG Wedel-Pinneberg) für sich.

Mourad Bekakcha macht sich so breit, wie es sein schmächtiger Läuferkörper zulässt. Unmittelbar hinter sich spürt er den Atem seines Verfolgers Volker Goineau. Im Sprint geht es beim 48. Bergedorfer Crosslauf die Zielgerade hinauf. Noch 20 Meter, zehn, fünf. Bekakcha wehrt sich verzweifelt gegen die Überholversuche seines Konkurrenten. Goineau versucht es links, rechts, dann wieder links, aber immer schiebt Bekakcha seinen Körper noch rechtzeitig davor. "Ich habe ständig zugemacht, aber immer sportlich fair", beharrt der Athlet des Hamburger SV, "solange man nicht schubst, gehört das zum Crosslauf dazu." Schließlich ist es geschafft: Mit einer Sekunde Vorsprung gewinnt er vor Goineau, wird Hamburger Meister und wiederholt damit seinen Sieg beim Bergedorfer Crosslauf aus dem vergangenen Jahr.

Bekakchas Triumph macht die Überlegenheit der Aktiven des Hamburger SV im Bergedorfer Gehölz perfekt. Denn auch im Lady Cross und auf der Mittelstecke der Männer sind mit Katharina Josenhans und Tim Hönig HSV-Leichtathleten vorn. Vor allem der Sieg des erst 17-jährigen Hönig gegen die starken Läufer der TSG Bergedorf, Vincent Krahn und Andreas Virus, war eine faustdicke Überraschung. Für das sportlich wohl wertvollste Resultat sorgte jedoch Katharina Nüser. Die 25-Jährige von der LG Wedel-Pinneberg siegte in der Frauen-Wertung des "Bernd Looft Memorial Race", des Hauptrennens über 9900 Meter, wurde damit Hamburger Meisterin und ließ mit ihrer Zeit von 38:47 Minuten nicht nur alle anderen Frauen, sondern auch noch 62 Männer hinter sich.

Insgesamt zerfällt die Veranstaltung stärker als in früheren Jahren in zwei Teile. Bei den Kinderrennen herrscht dank der zahlreichen Eltern hervorragende Stimmung, bei den Läufen der Erwachsenen und älteren Jugendlichen hingegen wirkt die Atmosphäre, durch die spärliche Besetzung am Streckenrand etwas steril. Hier war es in früheren Jahren, als noch Bergedorfer um den Sieg im Hauptlauf konkurrierten, deutlich lauter. Das ist schade, denn die Organisation durch die Leichtathletik-Abteilung der TSG Bergedorf ist wirklich perfekt. Selbst Live-Berichte via Handy von der Strecke wurden auf den Lautsprecher gelegt.

Sportlich gesehen hätte der Husarenritt des Mourad Bekakcha auf jeden Fall mehr Zuschauer verdient gehabt. 600 Meter vor dem Ziel hatte er nämlich noch deutlich hinter dem favorisierten Goineau zurückgelegen. "Da dachte ich schon, es ist aus", gestand der temperamentvolle 34-Jährige. Meter für Meter schob er sich heran und zog schließlich vorbei. "Mourad hatte am Schluss einfach mehr Punch", lobt Organisator Benecke den alten und neuen Champion.

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