Basktball

TSG Bergedorf siegt souverän, aber der Kader schrumpft

Neuallermöhe (ols). In aller Ruhe bereitet Jermaine Calvin die nächste Offensivaktion vor. Mit der linken Hand dirigiert der Point Guard der TSG Bergedorf seine Mitspieler, mit der rechten prellt er den Basketball locker neben sich her.

Der US-Amerikaner bewegt sich dabei nicht vom Fleck. Erst nur noch fünf der ursprünglich 24 Sekunden Angriffszeit verbleiben, rennt der quirlige Spielmacher urplötzlich los und passt die Kugel gedankenschnell auf die linke Seite. Dort steht Lazar Georgiev frei, der das Spielgerät viereinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels per Dreier zum 69:57 versenkt. Diese Szene unterstreicht die Dominanz des 2. Regionalliga-Tabellenführers gegen den Basketball Club Rendsburg. Am Ende siegt die TSG völlig verdient mit 87:72.

Zu erwarten war das allerdings nicht. Ob beruflicher Verpflichtungen und Verletzungen im Team hatte TSG-Coach Bernardo Velarde in der Trainingswoche zahlreiche Ausfälle zu beklagen. Bei der Abschlusseinheit waren nur drei Spieler zugegen. Für Center Lars Grübler - in der Defense unverzichtbar - arrangierte Velarde deshalb extra eine Physiotherapeutin, die sich um die Wade des 2,12 Meter großen ehemaligen Bundesligaspielers kümmerte. Mit Erfolg, Grübler mischte gegen Rendsburg mit.

Dennoch machten sich die Folgen der eingeschränkten Trainingsarbeit im ersten Viertel bemerkbar. Die Defense wirkte nicht sattelfest. Immerhin reichte es für eine knappe Führung (29:26). Die Abwehr stabilisierte sich jedoch mehr und mehr: Im zweiten Durchgang ließen die Bergedorfer nur noch 16 Punkte zu und bauten ihren Vorsprung leicht aus (49:42). Entscheidend war letztlich, dass die TSG die bekannt starken Würfe der Gäste von der Dreipunktlinie effektiv unterband. Während Andrej König noch fünf Dreier gelangen, gingen die anderen beiden gefährlichen Distanzschützen, Ramin Büttner und Michael Brodersen, leer aus. "Wir haben den Schlüssel erkannt", stellte Velarde zufrieden fest.

So ging es mit einem 69:57-Vorsprung nach dem dritten Viertel in einen weitgehend entspannten Schlussabschnitt, in dem Grübler sechs Minuten vor Schluss (76:61) allerdings per Ellenbogenschlag schachmatt gesetzt wurde. Für die TSG blieb das gegen Rendsburg ohne Folgen, doch angesichts der jüngsten Trainingsbeteiligung und des seit Saisonbeginn um sechs Akteure geschrumpften Kaders will Velarde qualitativ aufrüsten. Der Aufstieg bleibt schließlich das Saisonziel, der Respekt vor der Konkurrenz ist jedoch weiterhin groß. So ist der Bramfelder SV punktgleich. "Wir dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben", folgert Velarde.

TSG-Punkte: Calvin (22), Georgiev (21), Grübler (17), Kitatu (10), Simon (9), Ilic (6), Efevberha (2).