SC Vier- und Marschlande

Patrick Westermanns wuchtiger Schuss ins Glück

Hamburg (vg). 83 Minuten lang hatten sich die Oberliga-Fußballer des SC Vier- und Marschlande mit Hingabe in jeden Zweikampf geworfen, hatten jede Lücke zugelaufen und jeden Ball geklärt, der in ihren Strafraum kam.

Völlig verdient führte die Elf von Trainer Benjamin Scherner daher auch beim SC Condor mit 1:0. Doch dann kam SC-Stürmer Carlos Flores plötzlich acht Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball. Die 90 Anhänger der "Raubvögel" hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch SCVM-Keeper Patrick Möller stand goldrichtig, parierte den Ball und hielt damit den 1:0-Sieg fest.

"Paddy hat uns heute im Spiel gehalten", lobte SCVM-Coach den zuletzt so oft gescholtenen Möller. Nicht nur beim Toreverhindern glänzte der 23-Jährige, auch am Siegtreffer hatte er großen Anteil. Ein Abschlag Möllers hinaus auf die linke Seite fand Patrick Westermann, weil Condor-Verteidiger Lars Lüdemann den Ball völlig unterschätzt hatte. So war Westermann plötzlich auf und davon und hämmerte den Ball aus knapp 20 Metern aus spitzem Winkel wuchtig in die Maschen (54.).

Es war der Höhepunkt einer umkämpften Begegnung, in der sich beide Teams vorwiegend zwischen den Strafräumen aneinander abarbeiteten. Typischer November-Fußball auf tiefem, schlechtem Boden. Condor hatte dabei in der ersten Hälfte deutliche Vorteile, hätte die Partie früh für sich entscheiden können. Erst nach der Hereinnahme von Philip Siegmund für den enttäuschenden Jerry Sampaney bekamen die Gäste mehr Zugriff im Mittelfeld und demzufolge mehr Spielanteile. Nach Westermanns Führungstreffer hätte Matthäus Kosik die Partie entscheiden können, doch er vergab freistehend kläglich (64.).

An Scherners Plänen, im Winter einen neuen Stammtorwart zu verpflichten, ändert Möllers Glanztag nichts. "Wir müssen und werden auf dieser Position etwas tun", unterstrich der SCVM-Coach. Selbst die spöttische Nachfrage der Journalisten, welche Klasse-Keeper denn im Winter auf den Markt kommen sollen, konterte Scherner schlagfertig: "Wieso, Frank Rost ist doch frei!" So hatten die Vier- und Marschländer am Ende nicht nur die Punkte, sondern auch die Lacher auf ihrer Seite.

SCVM: Möller (2); Hackstein (3), Benson (3), Spiewak (2-3), Schröder (3); Bajramovic (2); Ahmadi (2) ab 90. Kanar (-), Sampaney (-) ab 25. Siegmund (2), Kosik (2-3), Westermann (2-3); Atug (2-3) ab 88. Füllenbach (-).