Oststeinbeker SV

Stolperstein mit Bravour genommen

Schwarzenbek. Am Ende war die Zeit für Geschenke gekommen. Zwei Minuten vor dem Abpfiff der Partie beim SC Schwarzenbek wechselte Stefan Kohfahl, Trainer des Oststeinbeker SV, seinen Ersatztorhüter Maximilian Hentrich ein. Als Feldspieler wohlgemerkt.

Diese Spielchen konnte sich der Tabellenführer der Fußball-Landesliga problemlos erlauben. Zu ungefährdet führte der OSV an der Schützenallee. "Es war keine Arroganz, sondern eine Belohnung für Maxis Engagement", sagte Kohfahl, dessen Team praktisch ohne Gegenwehr mit 4:1 gewann.

Hängende Köpfe gab es bei den Schwarzenbekern bereits nach neun Minuten. Onur Ulusoy zirkelte einen Freistoß aus 18 Metern über die SCS-Mauer hinweg zum 1:0 ins Netz. Fortan fehlte den Hausherren der Glaube, dem ungeschlagenen Spitzenreiter ein Bein stellen zu können. Stattdessen ließen sie die Oststeinbeker ohne Gegenwehr kombinieren. "Wir haben uns ergeben. Es sah aus, als ob es für meine Spieler eine Qual war", sagte SCS-Trainer Kim Koitka. Sein Sportlicher Leiter Frank Flatau sprach von einem "Einstellungsproblem".

Die Gäste erhöhten nach 38 Minuten erneut durch Ulusoy auf 2:0. Zuvor hatte sich Alpaslan Arslan auf engstem Raum gegen vier viel zu passive Gegenspieler behauptet. Mit dem Pausenpfiff traf Rafael Monteiro per Strafstoß - SCS-Torwart Henning Bindzus hatte Arslan gefoult - zum 3:0. Direkt nach dem Wechsel hatte Monteiro den vierten Treffer auf dem Fuß, schoss aber den auf der Linie stehenden Bannasch an (48.). Immerhin hatten die Gastgeber endlich auch eine Torchance. Einen Kopfball von Kevin Koitka klärte Yalcin Ceylani zur Ecke (51.). Es blieb ein Strohfeuer.

Erst nachdem der eingewechselte Michael Jordan Löw auf 4:0 erhöht hatte (69.), betrieb Mikel Ehmke Ergebniskosmetik (1:4, 75.). "Wir haben den Stolperstein Schwarzenbek bezwungen", freute sich Kohfahl. Übrigens verteilte nicht nur er am Ende Geschenke. Schiedsrichter Paul Jennerjahn pfiff die Partie 30 Sekunden zu früh ab - für die Schwarzenbeker war es eine Erlösung.

SCS: Bindzus (3-4); Ehmke (5), Basenau (4), Bannasch (3), Schner (4); Gierke (5) ab 78. Keil (-), Bethmann (3-4), Hammel (5), Koitka (4-5); Bolz (5) ab 62. Schumacher (-), Kröhnert (5) ab 46. Tastekin (4-5). OSV: Ceylani (3); Eren (2), Khalili (2), Ziolek (3), D. Stenzel (3-4); Mokaddem (2-3), Meyer (2), Ulusoy (2) ab 88. Hentrich (-), Oldag (3-4) ab 67. Löw (-), Monteiro (2-3); Arslan (3) ab 74. Bayram (-).