Jahreshauptversammlung

ASV Bergedorf 85 prüft Rückkehr zum Fußball

Bergedorf (vg). Grau war die dominierende Farbe am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung des ASV Bergedorf 85. Graue Haare in allen Schattierungen.

"Wer etwas über das Problem unseres Vereins wissen will", sagte dann auch der - nicht ergraute - 2. Vorsitzende René Binnewerg, "der muss sich nur hier im Saal umschauen."

Um für die Jugend attraktiver zu werden und neue Mitglieder zu gewinnen, hat der Vorstand daher den Plan entwickelt, zum 1. Juli 2013 wieder Fußball anzubieten. Die Versammlung erteilte der Klubführung per Abstimmung formal den Auftrag, einen solchen Schritt zu prüfen und ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Obwohl der Vorstand eine Fußball-Abteilung befürwortet, soll die Prüfung "ergebnisoffen" vorgenommen werden. "Das ist definitiv kein Selbstgänger", versicherte Binnewerg, "es kann durchaus sein, dass wir zu dem Ergebnis kommen, dass es sich für uns nicht lohnt."

Entschieden werden soll über den Aufbau einer Fußball-Abteilung auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im März. Ein solcher Schritt wäre natürlich ein Affront gegenüber dem Schwesterverein FC Bergedorf 85, der aus der 2009 ausgegliederten Fußball-Abteilung hervorgegangen ist und mit dem sich der ASV-Vorstand in den vergangenen Jahren in zahllosen Streitigkeiten über finanzielle Fragen aufgerieben hat.

Unter den ASV-Mitgliedern herrscht große Skepsis gegenüber einem neuerlichen Anlauf im Fußball. Die Angst, die Kicker könnten danach die Macht im Verein übernehmen und ihn in neue finanzielle Abenteuer stürzen, ist groß. Noch sind nicht einmal die Schulden aus der Zeit vor 2009 abgetragen. Dies, so führte der 1. Vorsitzende des ASV, Klaus Hinz, aus, läge daran, dass der FC seine Miete für die Benutzung des ASV-Vereinsheimes nur schleppend zahlen würde.