Badminton

Bei dieser Sportart sind flinke Finger gefragt

Bergedorf (vg). Wer beim Badminton erfolgreich sein möchte, muss es in den Fingern haben. Geführt wird der Schläger in der modernen Spielweise nämlich nicht mehr nur aus dem Handgelenk heraus, sondern aus den Fingern.

Das soll die Aktionen schneller und überraschender für den Gegner machen. Doch den fünf Gramm schweren Federball nur mit den Fingern auf Touren zu bringen, kostet Kraft und Übung. "Bis zu 50 korrekte Wiederholungen sind schon nötig, damit eine Bewegung fließend sitzt", schätzt Trond Larsen, Badminton-Jugendleiter bei der TSG Bergedorf. Das fordert viel Geduld, die Neulinge jedoch nur selten mitbringen.

Je früher jemand also mit dem Badminton-Sport in Kontakt kommt, desto leichter ist es für ihn, die rasante Sportart zu beherrschen. Daher bietet Larsen montags in der Grundschule Heidhorst in Boberg (3. + 4. Klasse) und mittwochs in der Grundschule Friedrich-Frank-Bogen (2. + 3. Klasse) Badminton-Unterricht an. "Die Schulen unterstützten uns hervorragend", lobt er, "so wurden in der Schule Friedrich-Frank-Bogen extra mobile Netze und verkürzte Schläger angeschafft." Das Hauptproblem ist der Mangel an Trainern, die Zeit haben, tagsüber Unterricht zu geben. Larsen, der sich als Taxifahrer mit seinem Unternehmen "Taxilarsen" selbstständig gemacht hat, ist da flexibel. "Zwischen zwei Touren gebe ich dann einfach in der Sporthalle eine Stunde Unterricht."

Ein Jahr lang werden die Grundschüler im Unterricht in die Geheimnisse des Badmintons eingeweiht. Danach können sie im Verein weitermachen. "In der TSG haben wir bisher bei 130 Mitgliedern rund 60 Jugendliche. Mein Ziel ist es, auf 100 Jugendliche zu kommen."

Dafür opfert er mehrmals in der Woche Zeit und Nerven. "Es ist gar nicht so leicht, in so eine Gruppe von Acht- bis Zehnjährigen eine Grunddisziplin hineinzubekommen, und ich bin ja kein ausgebildeter Lehrer", hat Larsen so seine Erfahrungen gemacht. Doch die Nachfrage bei den Kindern ist gewaltig. "Obwohl die Kurse aus Platzgründen auf 16 Schüler begrenzt sind, hatten wir oft über 30 Anfragen", schildert der 48-Jährige.

Wenn an diesem Wochenende die Hamburger Jugend-Meisterschaften in den Sporthallen Ladenbeker Furtweg ausgetragen werden (Sonnabend und Sonntag, jeweils von 10 Uhr an) sind erste Früchte der Basisarbeit zu sehen. Das Team Bergedorf, ein Zusammenschluss der TSG Bergedorf mit dem VfL Lohbrügge und dem SV Nettelnburg/Allermöhe im Jugendbereich, ist mit 21 Spielern unter den insgesamt 150 Teilnehmern stark vertreten. "Mit einem Meistertitel wird es allerdings schwer", bleibt Larsen vorsichtig. Die besten Chancen haben Nathalie Piochatz und Yasmine Rump im Mädchen-Doppel der Altersklasse U13. Sie führen die Hamburger Rangliste an. Die Finalspiele sind am Sonntag für 11 Uhr (Mixed), 13 Uhr (Doppel) und 15 Uhr (Einzel) vorgesehen.