Reinbek

"Polizei-Einsatz" gegen den Abstieg

Glinde. Sieben Polizistinnen hat Christoph Karstens in seiner Mannschaft. Das Septett der SG Glinde/Reinbek ist Fluch und Segen zugleich. Da alle im Schichtdienst arbeiten, hat Karstens nie seine komplette Mannschaft beim Training zusammen.

"Wenn eine um 23 Uhr Nachtschicht hat, kommt sie aber meistens noch vorbei", erklärt Karstens. Das ist auch nötig, denn seine Polizistinnen stellen die Hälfte des Kaders. "Die Mannschaft hätte sich sonst auflösen müssen", verrät Karstens. Dass die Spielgemeinschaft aktuell Tabellenvorletzter der Handball-Landesliga ist, hat indes andere Gründe. Nach einer Flut an Verletzten spielte das Team gegen die GHG Hahnheide zum ersten Mal in dieser Saison mit kompletter Mannschaft. Zwar verlor Glinde/Reinbek 23:28, bot dem Tabellenvierten aber lange Paroli.

Nach der jüngsten Leistung ist dem 56-Jährigen daher auch nicht bange. Denn seine Mannschaft hat auch große Spiele gezeigt, etwa beim 24:26 gegen Ligaprimus VfL Geesthacht, als Glinde/Reinbek dem Favoriten mit nur neun Spielerinnen alles abverlangte. "Ich halte uns in der Liga absolut für konkurrenzfähig", betont Karstens, der mit Mona Kutscher eine gleichberechtigte Übungsleiterin an seiner Seite hat. Ein großer Vorteil des SG-Coaches: Er denkt stets positiv. Dass der Aufsteiger schon einige Punkte liegen ließ, will er nicht weiter aufarbeiten. Stattdessen sagt Karstens, der die Damen seit nunmehr acht Jahren trainiert: "Wir können mit jeder Mannschaft mithalten." So auch gegen die GHG Hahnheide. Nach einem knappen 13:14-Rückstand zur Halbzeitpause hielt die Spielgemeinschaft bis zur 52. Minute Schritt (22:23).

Eines jedoch sollte der Aufsteiger schnellstmöglich in den Griff kriegen. "Wir haben eine höllische Siebenmeterschwäche", drückt es Karstens aus. Auch deshalb hat der Aufsteiger bisher nur drei Zähler auf dem Konto. Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, müssen dringend Punkte her. Mit dem nun endlich komplett einsatzfähigen Kader kann die Aufholjagd beginnen. "Von der Stärke gehören wir auf jeden Fall ins Mittelfeld", schloss Karstens.

SG-Tore: Babuda (4), Just, Schultz (je 3), Paltian (3/3), Ganz, Knoll, Missling, Niemann, Reischl (je 2).