Personalien

"Ich komme nur als Cheftrainer"

Nach einem Gespräch zwischen dem Manager von Bergedorf 85, Bülent Tinas, und Hakan Karadiken brodelte vor ein paar Wochen die Gerüchteküche. Der Ex-Trainer des GSK Bergedorf stehe als Nachfolger für "Elstern"-Coach Berkan Algan bereit hieß es daraufhin in einigen Internetforen. Dass Karadiken zudem an den vergangenen Spieltagen häufig Gast bei den Partien von "85" war, gab den Gerüchten neue Nahrung. Tinas selbst hätte den gebürtigen Bergedorfer nur zu gerne beim Fußball-Oberligisten eingebunden: sei es im Management oder als Co-Trainer. Schließlich hat Karadiken Sponsoren und damit dringend benötigtes Geld in Aussicht gestellt. Doch in der jetzigen Konstellation scheint ein Engagement des 37-Jährigen an den Sander Tannen ausgeschlossen. Der Grund: Algan und Karadiken können nicht miteinander.

"Ich komme nur als Cheftrainer", stellte Letzterer klar. Zugleich machte der Geschäftsführer eines Autolackierbetriebes Stimmung gegen Algan. "Berkan passt nicht nach Bergedorf", sagte Karadiken. Auch Algan erklärte, eine Zusammenarbeit werde es "auf keinen Fall geben". Beide Übungsleiter sind viel zu sehr Alphatiere, als dass sich unterordnen können. Tinas hat allerdings seine Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, Karadiken ins Management zu lotsen. "Wir werden noch einmal alle zusammensitzen", sagte der Manager. Eine vorzeitige Ablösung Algans als Trainer werde es aber nicht geben.

Dabei könnte "85" einen Manager Karadiken gut gebrauchen, denn der Verein benötigt dringend frisches Geld. "Der Schuh drückt finanziell. Wir müssen den Gürtel enger schnallen", räumte der aktuelle "Elstern"-Coach ein. Ein Beispiel: Zwar hat Trikotsponsor Tarifcheck24 einen Großteil der zugesagten Summe für die laufende Saison in einer ersten Rate überwiesen, mehr wird es aber nicht geben. "Hätten wir vorher gewusst, was alles passieren wird, hätten wir unseren Namen nicht dafür hergegeben", stellte Jan Schust klar.

Der Vorstand des Internetdienstleisters verweist besonders auf die Partie beim USC Paloma, zu der die "Elstern" nicht antraten. Es wäre das erste Spiel nach Abschluss des Vertrages zwischen dem Wentorfer Unternehmen und Bergedorf 85 gewesen. "Das ist alles in die falsche Richtung gelaufen", sagte Schust über die Entwicklung beim Traditionsklub. Forderungen an den Verein, das Geld zurückzuzahlen, werde es aber nicht geben.