TuS Dassendorf

Vom harten Weg, ein Team zu werden

Dassendorf. Am Sonnabend steht ein Mannschaftsabend beim Fußball-Landesligisten TuS Dassendorf an. Gemeinsam geht es auf den Kiez. Bislang war es ein schwieriger Prozess, aus einem Haufen Individualisten ein Team zu formen.

"Wir sind jetzt auf einem passablen Weg, aber mehr tatsächlich auch noch nicht", schätzt Trainer Jan Schönteich, "wir tun gut daran, uns auf diesem Feld weiter zu betätigen."

Dass mannschaftliche Geschlossenheit bare Punkte wert sein kann, bekamen die Dassendorfer bislang von der Konkurrenz vorgeführt, allen voran vom Tabellenführer Oststeinbeker SV, der sich im Spiel gegen die TuS selbst mit neun gegen elf Spielern nicht unterkriegen ließ und die Partie trotzdem 3:0 gewann.

Diese Art mentaler Stärke konnten die Dassendorfer bislang noch nicht nachweisen. Im Gegenteil: Nachdem es zu Saisonbeginn nicht lief, muckten einige Spieler auf. Zunächst war es Sascha de la Cuesta, der offensiv seinen Wunsch äußerte, den Verein schnellstmöglichst zu verlassen. Als die Dassendorfer ihn nicht ziehen ließen, fügte er sich schließlich in sein Schicksal und lieferte zuletzt sehr ordentliche Spiele ab. Kürzlich krachte es dann wieder. Die Konsequenz: Verteidiger Philip Pettersson wurde in die "Zweite" abgeschoben, wird nun für einen Wechsel im Winter mit dem SV Curslack-Neuengamme in Verbindung gebracht. Ricardo Nunes wurde die Kapitänsbinde entzogen. "Es gab Reibereien, aber die sind ausgestanden", bestätigt der 31-Jährige, "es ist okay, ich habe das akzeptiert."

"Es kann befreiend sein, die Binde loszuwerden", weiß Schönteich, der selbst lange Kapitän in Dassendorf war, "die wiegt anfangs 17 Kilo." Künftig soll Ex-Profi Dennis Tornieporth die Binde tragen. Nunes scheint derweil seine Degradierung gut verkraftet zu haben: Beim 1:0-Erfolg beim FC Türkiye am vergangenen Wochenende erzielte er den entscheidenden Treffer.

Wie viel die Harmonie-Beteuerungen wert sind, wird sich vielleicht schon am Sonnabend gegen Vorwärts-Wacker Billstedt zeigen (13 Uhr, Wendelweg). In der Tabelle haben die Dassendorfer bei drei Punkten Rückstand auf Oststeinbek wieder Tuchfühlung zur Spitze. "Wir sind in der Situation, dass wir wieder alles selbst in der Hand haben", freut sich Schönteich, "das dürfen wir uns nicht mehr nehmen lassen."