Handball

Ausgleich in letzter Sekunde

Aumühle. 35 Sekunden vor dem Ende nahm Michael Bosch eine Auszeit. Der Trainer von Hamburg-Ligist TuS Aumühle-Wohltorf wechselte Torhüter Florian Dettmann aus und schickte mit Moritz Ekberg einen siebten Feldspieler auf die Platte.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Handballer der HG Hamburg-Barmbek II mit 27:26. Die Hausherren rannten an, zunächst kopflos. Sieben Sekunden vor Schluss war es jedoch Timo Kretzschmar, der den Ball im Tor unterbringen konnte. Weil er dabei gefoult wurde, hatte der Unparteiische zum Ärger der Gastgeber vorher jedoch schon abgepfiffen und auf Freiwurf entschieden. Die Aumühler nahmen einen letzten Anlauf. Schließlich war es Kreisläufer Dirk Rammrath, der mit der Schlusssirene einen Siebenmeter herausholte. Kretzschmar versenkte die Kugel zum 27:27-Endstand.

"Am Ende müssen wir mit dem einen Punkt natürlich zufrieden sein", resümierte Rückraumspieler Philipp Korinth. Die Enttäuschung war aber nicht zu überhören, hatten die Aumühler in den letzten zwei Minuten doch in Überzahl gespielt und trotzdem das 26:27 kassiert (59.). Der TuS hatte es versäumt, sich für eine gute zweite Hälfte zu belohnen, in der das Team nur neun Gegentore kassiert hatte.

In der äußerst schwachen ersten Halbzeit wiederum hatte sich die von Bosch eigentlich favorisierte 3:2:1-Deckungsvariante als Schwachstelle entpuppt. Die Gäste nutzten die Unordnung in der Aumühler Hintermannschaft, um sich in den ersten 30 Minuten eine 18:14-Führung zu erspielen. Zwischen der 28. und 32. Minute gesellte sich beim TuS dann auch noch Pech dazu: Als die Gäste in dieser Phase von 16:14 auf 19:14 enteilten, trafen die Aumühler gleich dreimal den Pfosten. Ab Minute 40 stellte Bosch schließlich auf eine 6:0-Abwehr um, der Tabellenneunte kam wieder heran (22:23, 50.).

Trotz des glücklichen Punktgewinns trauen sich die Aumühler in dieser Spielzeit weiterhin alles zu. "Wir können jeden schlagen", sagte Korinth selbstbewusst, sparte aber auch nicht mit Kritik: "Wir kriegen noch keine Konstanz in unser Spiel. Es bringt ja auch nichts, gegen den Dritten zu punkten und danach gegen den Achten nichts zu holen", schloss Korinth.

TuS-Tore: Korinth (8/2), Eggert, Ekberg, Schlüter (je 4), Kretzschmar (4/1), Schellenberg (2), Hamann (1).