SCVM

Einfach zum Küssen - Güven trifft doppelt

Foto: Volker Koch

Fünfhausen. Durch einen 2:1-Sieg gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst verlässt der SC Vier- und Marschlande die Abstiegsplätze in der Fußball-Oberliga.

Kurz bevor Felix Hackstein einen Freistoß in den Strafraum des HSV Barmbek-Uhlenhorst schoss, hatte Ömer Güven so eine Ahnung. "Ich hab' gedacht, wenn ich jetzt ein Tor mache, laufe ich zu meiner Frau und gebe ihr einen Kuss", berichtete der Mittelfeldspieler des SC Vier- und Marschlande. Sekunden später, just nachdem Güven per Kopf den Ball in die Maschen verlängert hatte, sprintete er zu seiner Nurhayat an die Seitenlinie und drückte ihr einen Schmatzer auf die Wange. Danach herzten seine Teamkameraden den quirligen Akteur, der für seine geringe Körpergröße von nur 1,73 Metern über eine beeindruckende Kopfballstärke verfügt. Es sollte der Treffer zum 2:1-Sieg gewesen sein, durch den der SCVM die Abstiegsplätze in der Fußball-Oberliga erst einmal verlassen hat.

Danach hatte es zunächst überhaupt nicht ausgesehen. Die diesmal etwas defensiver ausgerichteten Vier- und Marschländer fanden nur äußert schwer in die Partie und hauten die Bälle aus der Abwehr meist nur lang und planlos nach vorne. Zudem verursachten die Hausherren viele Freistöße in der Nähe ihres Strafraums. Daraus konnte der Aufsteiger indes kein Kapital schlagen. Somit bedurfte es eines genialen Moments ihres Besten - Kristoffer Laban. Nach einer zum wiederholten Male verunglückten Befreiungsaktion des SCVM hielt der Stürmer aus spitzem Winkel einfach drauf und traf per Traumtor zur Barmbeker Führung (33.).

Aus dem Nichts dann der Ausgleich. Nach einer Ecke kam Sebastian Spiewak per Kopf an den Ball. Dieser wäre vorbeigesprungen, doch am Pfosten stand noch King Onasis Paschen, der mit einem Reflex die Hand ausstreckte - Elfmeter (36.). Güven ließ Mikail Develi im BU-Gehäuse keine Chance und verwandelte sicher zum schmeichelhaften Ausgleich.

In der Folge wurde die zuletzt löchrige SCVM-Abwehr um den bärenstarken Jasmin Bajramovic von Minute zu Minute sicherer. Und weil in der Offensive spielerisch an diesem Tag nicht viel gelang, mussten halt Standardsituationen herhalten. Hier hatten die bis auf den ehemaligen Bergedorfer Oliver Leinroth im Schnitt kleineren Gäste so ihre liebe Not. Nachdem bereits einige vielversprechende Versuche nicht zum Ziel geführt hatten, köpfte der sonst unauffällige Güven in der 64. Minute das 2:1. Danach schaukelte der SCVM die Partie nach Hause. "Ömer hat immer Aktionen dabei, weshalb ich ihn ungern auswechsele", sagte SCVM-Trainer Benjamin Scherner. Man muss eben Ideen haben . . .

SCVM: Basenau (3); Hackstein (3), Spiewak (2), Bajramovic (1-2), Westermann (4-5) ab 46. Schröder (3); Sampaney (3) ab 78. Siegmund (-), Kosik (3), Güven (3), Ahmadi (3-4); Atug (4) ab 75. Tangermann (-), Jeremias (4).