Oststeinbeker SV

Trotz 4:0-Erfolg: Ein Spiel zäh wie ein Kaugummi

Oststeinbek (hbo). Die Intention der Landesliga-Mannschaft des Oststeinbeker SV, die sich fast zur Hälfte aus den Futsal-Künstlern der Hamburg Panthers zusammensetzt, ist klar. "Tiki-Taka" will sie dem Publikum bieten.

Also das gewiefte Kurzpassspiel, mit dem die spanische Fußball-Nationalmannschaft zuletzt einmal Welt- und zweimal Europameister wurde. Das klappte bisher formidabel. Der OSV wusste oft zu begeistern. Das war gegen den TuS Finkenwerder am Freitagabend zwar nicht der Fall, doch erinnerten die Stormarner erneut an ihre großen Vorbilder. Denn wie die Iberer häufig bei der EM 2012 begnügten sich die "Men in Black" diesmal damit, sich im Bewusstsein ihres riesigen Potenzials am eigenen Ballbesitz zu berauschen. Das Resultat waren eine langatmige Partie gegen einen hoffnungslos unterlegenen Kontrahenten und ein glanzloser 4:0-Erfolg. "Uns hat die Zielstrebigkeit gefehlt", kritisierte Coach Stefan Kohfahl.

Sein Team tat sich gegen den einzig auf Torverhinderung bedachten Aufsteiger im ersten Abschnitt schwer. Es schien dem einen oder anderen Oststeinbeker wie eine Art Majestätsbeleidigung vorzukommen, dass sich die robusten Gäste zuweilen brachialer Mittel bedienten. So wie Thees Köhn, der Alpasan Arslan regelwidrig auf dem Weg zum Tor aufhielt (12.). "Elfmeter und Rot", forderte Kohfahl. Referee Lars Althans (Voran Ohe) war anderer Meinung. Er zeigte Gelb und gab einen Freistoß, der nichts einbrachte. Quälende und für die nur 80 Zuschauer langweilige Minuten vergingen, bis der Bann endlich gebrochen war: Nach einem kurz ausgeführten Eckstoß zirkelte Arslan das runde Leder aus spitzem Winkel zum 1:0 ins Netz (41.). Es folgte rasch die erste schöne Kombination der Partie über drei Stationen, die Marc Oldag zum zweiten OSV-Treffer nutzte (43.). Rafael Monteiro hatte sich über rechts durchgesetzt und geflankt, Arslan per Kopf vorgelegt.

Nach dem Seitenwechsel blieb das ungleiche Duell zäh wie Kaugummi. Die einen, Oststeinbek, wollten stets die Geschenkschleife um ihre Angriffe binden. Die anderen waren schon glückselig, wenn dieses widerspenstige Spielgerät namens Fußball weit genug vom eigenen Strafraum entfernt war. Nur zweimal brachte es der OSV noch fertig, seine Überlegenheit in Zählbares umzumünzen. Zunächst traf Arslan (56.), dann markierte Monteiro nach feiner Oldag-Vorlage den Endstand (62.). Und wieder war sie da, diese Synchronizität mit den geliebten Spaniern. Zumindest vom Ergebnis her. Denn die Iberer gewannen ihrer WM-Qualifikationspartie in Weißrussland am selben Abend ebenfalls mit 4:0.

OSV: Ceylani (3); Löw (3-4) ab 69. Bacar (-), Iddrisu (3), Khalili (3), D. Stenzel (3); Meyer (2), Ulusoy (3), Oldag (3) ab 80. Rochow (-), Voigt (3) ab 74. Lawer(-); Monteiro (3), Arslan (2).