Oberliga

Ausgleich in der Nachspielzeit

Bergedorf. Die bisherigen Auftritte von Tarik Cosgun verliefen wenig glücklich. Nicht nur, dass der kleinste Spieler von Bergedorf 85 in den Partien gegen Bramfeld (1:4) und Schnelsen (1:5) keine Akzente setzen konnte.

Da die Spielgenehmigung fehlte, hätte der Offensivfußballer gar nicht für den Oberligisten auflaufen dürfen. Seit Mittwoch liegt sie nun vor, und das sollte sich gestern gleich auszahlen. Nach einem Querschläger von Magnus Hartwig legte Andreas Metzler am Strafraum für den eingewechselten Cosgun ab. Der zog trocken ab und traf in der Nachspielzeit zum umjubelten 2:2. Anschließend pfiff Schiedsrichter Christopher Haase ab.

"Ich habe nicht lange nachgedacht", sagte Cosgun über seinen so wichtigen Treffer. Auch wenn der gebürtige Geesthachter in seiner Analyse - "Wir waren heute besser als Altona" - nicht ganz richtig lag, den einen Punkt hatten sich die "Elstern" verdient.

Zweimal lagen die Gastgeber vor 320 Zuschauern zurück, zweimal glichen sie aus. Nach dem 0:1 durch Sebastian Clausen (17.) hatte zunächst Christian Sankowski Sekunden vor dem Halbzeitpfiff auf Zuspiel von Yayar Kunath, der am Mittwoch Vater einer Tochter geworden war, egalisiert. Für die erneute AFC-Führung zeichnete sich Gian-Pierre Carallo verantwortlich, der nach einem Fehler von Sebastian Gerdes aus kurzer Entfernung zum 2:1 traf (75.).

"Vor allem kämpferisch sind wir jetzt eine andere Mannschaft", resümierte Verteidiger Andreas Metzler, der die 2:1-Führung auf dem Fuß hatte, nach einem Lauf über das halbe Feld aber an Altonas Keeper Marcel Kindler gescheitert war (61.). "Ihr habt mit Herz gespielt", lobte "85"-Trainer Berkan Algan seine Mannschaft.

Auch abseits des Platzes setzt langsam so etwas wie Normalität ein. "Wir haben das Geld für den Strom überwiesen", sagte der 1. Vorsitzende Marcel Knothe. Hintergrund: In der vergangenen Woche war der Streit zwischen dem FC Bergedorf und dem ASV um ausstehende Gelder eskaliert. Mit Horst Blanke hat der Klub zudem wieder einen Zeugwart. Auch soll es künftig regelmäßig, einmal im Monat, ein Treffen mit den Fans geben.

Bezüglich des Protests der SV Halstenbek-Rellingen gegen die Wertung der Partie aus der Vorwoche nahm Coach Algan auf der Pressekonferenz Stellung. "Die Spieler (Jurij Jeremejew und Christian Sankowski, die Red.) waren spielberechtigt. Wir haben nichts falsch gemacht." Allerdings wird darüber nun das Sportgericht entscheiden.

Derweil wurde nach dem Schlusspfiff nicht etwa Cosgun, sondern der Bergedorfer Trainer gefeiert - und zwar von den gegnerischen Fans. "Berkan-Algan-Fußballgott", skandierten zahlreiche AFC-Anhänger, die ihren ehemaligen Spieler nicht vergessen haben.

Bergedorf: Braun (3); Ballach (3-4), Gerdes (4), Metzler (2-3), Saaba (4) ab 46. Urdin (3); Jeremejev (3-4), Eichhorn (4) ab 79. Özdemir (-), Bugrov (2-3), Wiederhold (2-3); Sankowski (3) ab 74. Cosgun (-), Kunath (2-3).