SC Vier- und Marschlande

Die Anfangsphase verschlafen

Geschlagene zweieinhalb Stunden hatte Karl-Heinz Seidenstücker am Sonnabendmittag aus seinem Wohnort Rosengarten nach Bönningstedt gebraucht. "Auf der A1 war ein langer Stau und dann noch ein Unfall", erzählte der Obmann des Fußball-Oberligisten SC Vier- und Marschlande. Die elend lange Autofahrt hatte "Heinzi", wie der Funktionär in SCVM-Kreisen liebevoll gerufen wird, allerdings nur Nerven, aber keine Energie gekostet. Fortwährend trieb die gute Seele des Klubs seine Mannschaft während der zweiten Hälfte des Gastspiels beim SV Rugenbergen an. "Los laufen, es wird nicht gestanden", brüllte er beispielsweise. Ein anderes Mal monierte er ein misslungenes Solo von Felix Hackstein: "Junge, lass das Fummeln nach. Mehr sage ich nicht." Kurz bevor der Schlusspfiff ertönte, resignierte dann aber auch Seidenstücker. "Das geht doch nicht", schluchzte der Obmann leise. Recht hatte er. Der Auftritt des SCVM war indiskutabel und endete in einer 1:3-Pleite.

Wie bereits vor zwei Wochen in Meiendorf (2:5) basierte die Pleite des Teams von Trainer Benjamin Scherner auf einer verschlafenen Anfangsphase. Schon nach zwölf Minuten lagen die Gäste mit 0:2 in Rückstand. Sven Worthmann (9.) und Pascal Haase (12.) profitierten dabei jeweils von Patzern des unsicheren SCVM-Keepers Patrick Möller, der den Ball zweimal nicht festhalten konnte. Doch nicht nur der Schlussmann stand zu Beginn völlig neben sich. Bereits nach 24 Minuten wechselte Scherner den indisponierten Rechtsverteidiger Nils Füllenbach und den völlig wirkungslosen Angreifer Juro Julardzija aus.

Anschließend bekamen die Vier- und Marschländer zumindest temporär Zugriff auf die Partie und konnten durch Martin Schröder verkürzen. Der Verteidiger lenkte einen verunglückten Schuss von Patrick Westermann in die Maschen - ein Glückstor (28.). Nun war der SCVM auf Augenhöhe und dem Ausgleich nah. Die Abwehrfehler indes blieben. So konnte der Gast eine Ecke nicht klären, der Ball fiel Dennis von Bastian vor die Füße, der trocken ins kurze Eck traf (45.).

Im zweiten Abschnitt war die Scherner-Elf zumindest ähnlich engagiert wie ihr Obmann Seidenstücker hinter der Barriere. Einzig, es mangelte ihr an Durchschlagskraft im Angriff. Als Westermann freistehend die beste Chance verstolperte (80.), war "Heinzi" endgültig bedient: "Das kann doch nicht sein." Kurz darauf sah Routinier Jasmin Bajramovic noch Gelb-Rot (84.). Einziger Trost für den Obmann: Die Rückfahrt nach Rosengarten verlief - anders als das SCVM-Spiel - ohne Zwischenfälle.

SCVM: Möller (5); Füllenbach (-) ab 24. Güven (3-4), Benson (3), Spiewak (3-4), Schröder (3); Bajramovic (4), Kosik (3-4), Hackstein (3), Sampaney (5) ab 68. Tangermann (-), Jeremias (4-5); Julardzija (-) ab 24. Westermann (4).