FSV Geesthacht

Nach 4:0 über MSV Hamburg: Träumen ist erlaubt

Geesthacht (ols). Während Samin Rasminda nach seinem Tor zum 1:0 laut jubelnd abdrehte (50.), verzog Burhan Öztürk keine Miene. Der Trainer von Fußball-Bezirksligist FSV Geesthacht kaute nur auf seinem Kaugummi herum, kritzelte kurz etwas auf einen Notizzettel und schickte, nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, eine unmissverständliche Botschaft aufs Spielfeld:

"Hey! Für uns steht es weiterhin 0:0." In der Partie gegen den bisher ungeschlagenen MSV Hamburg zeigte die Uhr schließlich noch 40 Minuten Spielzeit an. Die FSV-Fußballer beherzigten die Worte ihres Übungsleiters und gingen weiter konzentriert zu Werke. Mehr noch: Nach dem Führungstreffer brannten die Elbestädter ein Offensivfeuerwerk ab. Die Gäste waren mit dem 0:4 am Ende noch gut bedient.

Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit, die arm an Höhepunkten war, spielten die Gastgeber mit dem Tabellendritten Katz und Maus. Neben Rasminda besorgten Innenverteidiger Michel Harder (59.) sowie Pascal Pietsch (81., 90.) die Treffer für den FSV, der nach zehn Partien nun schon 22 Punkte auf dem Konto hat. Die Entwicklung der weitestgehend neu formierten Mannschaft - Trainer Öztürk musste 15 Spieler integrieren - imponiert.

"Wir haben sehr schnell zueinandergefunden", sagt Mittelfeldmann Sami Cakmak. Ein Beispiel für den guten Teamgeist ist die Erfolgsgeschichte von Torjäger Pietsch, der nach seinem Wechsel von Kreisligist ETSV Hamburg schnell Fuß fasste und gegen den MSV bereits seine Saisontore 17 und 18 markierte. "Ich fühle mich hier sehr wohl", betont der Stürmer. Nachdem die Elbestädter den Kantersieg im Jubelkreis gefeiert hatten, in dessen Mitte Co-Trainer Ismail Gök ausgelassen herumtänzelte, stürzte sich das gesamte Team auf Pietsch. "Pascal liebt diese Mannschaft, und wir lieben ihn", drückt es Öztürk euphorisch aus.

In puncto Saisonziel bleibt der Trainer trotz des überzeugenden Erfolges gegen die Mümmelmannsberger zurückhaltend. "Wir wollen oben ein bisschen mitmischen", sagt Öztürk, will von der Meisterschaft aber nichts wissen. Das gilt indes nicht für alle Geesthachter. "Jetzt ist auf jeden Fall mehr möglich", schloss Cakmak. Träumen wird ja wohl erlaubt sein . . .

FSV: Damaske; Bektas, Harder, F. Tuncer, Lübbers; Topcu (70. T. Tuncer), Gümüsdere , Cakmak (77. Özgenc), Khastoo (59. Cosgun), Rasminda; Pietsch.