Kreisligakolumne

Den Gefühlen freien Lauf gelassen

Trauerarbeit I: Nach dem 2:0-Sieg des ETSV Hamburg beim Düneberger SV saßen Gästecoach Karsten Weiß und sein Sohn Yannick gemeinsam an der Seitenlinie und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. "Wir haben zusammen geweint", sagte der Trainer mit tränenerstickter Stimme. Einen Tag vor der Partie war sein Vater gestorben. Und ausgerechnet Yannick Weiß war es, der die "Eisenbahner" mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße gebracht hatte. "Das Tor war sehr emotional für uns", hob Karsten Weiß hervor.

Gänsehautstimmung: Das trauernde ETSV-Gespann hatte auch Zafer Temirci, Trainer des FC Lauenburg, hautnah miterlebt ("Das war eine Gänsehaut-Atmosphäre") und spontan Schützenhilfe des FCL bei Spitzenreiter SC Wentorf zugesagt. Dabei hatte Temirci die Rechnung aber ohne Wentorfs Ilker Tiras gemacht. Zusammen mit Arnold Lechler ist der 20-Jährige der Garant für den Höhenflug des SCW. Tiras drehte den Rückstand mit zwei Treffern im Alleingang, kommt in der Kreisliga 3 nun schon auf 14 Saisontore. Lechler steht bei zehn. "Meine beiden Bomber", nennt sie Coach Maxwell Phelps. Übrigens: Von 18 Treffern der "Zweiten" in der K4 gehen 12 auf ihr Konto.

Familienduell: Vater gegen Sohn hieß es in der Partie zwischen der TuS Dassendorf II und dem SC Vier- und Marschlande II: Tim Stegmann, Liga-Leihgabe der Dassendorfer, traf auf Olaf Stegmann, seines Zeichens Coach der Gäste. Nach der Partie - Tim Stegmann hatte die TuS-Führung eingeleitet - frotzelten seine Mitspieler: "Jetzt kriegst du zu Hause nichts mehr zu essen." Dabei war der Familienfrieden gewahrt geblieben, die Partie endete mit 1:1.

Murmeltiertag: Die schwere Knieverletzung ist ausgeheilt, was Marco Wyrwinski nun fehlt, ist Spielpraxis. Die holt sich der hünenhafte Verteidiger des SV Altengamme in der "Zweiten". Dort gab er wiederholt eine Empfehlung für sein Ligacomeback ab. Beim 1:1 in Hamwarde erzielte der "Lange" sein drittes Tor im dritten Spiel. "Und täglich grüßt das Murmeltier", haderte SVH-Coach Henrik Voigt nach dem Ausgleich in der Schlussphase. "Wir bringen uns immer selbst um die Früchte unserer Arbeit."

Kleine Regelkunde: Nachdem Carsten Dinnebier (SC Schwarzenbek II) einen Strafstoß vergeben hatte, der Schiedsrichter den Elfmeter aber wiederholen ließ, brandeten große Proteste beim Escheburger SV auf, weil die Schwarzenbeker nun Philip Schulz schießen lassen wollten. Doch entgegen der ESV-Meinung durfte sich der SCS aussuchen, wer antritt. Schulz traf schließlich zum 2:1. Endstand: 5:3 für die Gäste.

Trauerarbeit II: Mit einer Schweigeminute begann die Partie der Lauenburger SV gegen den MSV Hamburg II. In der Vorwoche war die Mutter von Lauenburgs Hanjo Behr gestorben. Der Mittelfeldspieler wollte unbedingt auflaufen und sicherte mit einer starken Leistung den 3:1-Erfolg. "Schade, dass wir diese Leistung nicht jede Woche abrufen können", sagte LSV-Coach Markus Behnke. Sein Team liebt es hopp oder top: Vor dem 3:1 unterlag die LSV 1:6, davor gab's ein 8:0.