Oberliga

"Elbdiven": Der erste Saisonsieg

Lauenburg. Als die erneut aufgebrochene Handverletzung von Lena Gansor-Kaatz in der zweiten Hälfte keinen Einsatz mehr zuließ, schlug plötzlich die Stunde von Kristin Mehrkens.

"Ich hatte gehofft, dass es nicht so weit kommt, weil ich weiß, dass ich noch nicht so stark bin", erklärte die Torhüterin der Lauenburger SV. Da sich aber die etatmäßige Ersatzfrau Susanne Tack (ehemals Ebert) auf Hochzeitsreise befindet, kam Mehrkens, die eigentlich im Kasten der "Zweiten" (Kreisoberliga) zu Hause ist, gegen den Bredstedter TSV zu ihrem Punktspieldebüt in der Handball-Oberliga. "Ich war tierisch nervös", gab die 23-Jährige zu. Ihre Premiere endete jedoch mit dem ersten Saisonsieg für die "Elbdiven". Die LSV gewann 30:25 (15:9).

Entscheidend war dabei die gute erste Hälfte der Elbestädterinnen. Die zuletzt viel gescholtene Defensive zeigte sich verbessert und ließ in der ersten Viertelstunde nur zwei Gegentreffer zu. "Es war ein Schritt, aber noch kein Riesenschritt, nach vorn", hielt sich LSV-Trainer Rolf Ahrenbog mit Lob zurück. Denn nach der Pause erlitt die LSV-Deckung einen Rückfall. Die Gäste kamen viel öfter zum Abschluss. Dafür sorgte die Offensive für Zuversicht bei den Fans. Die "Elbdiven" hatten gegen die Bredstedterinnen stets eine Antwort parat.

Dennoch sind die Sorgen trotz der ersten Saisonpunkte größer geworden. Ob Gansor-Kaatz bis zum nächsten Spiel gegen den TSV Wattenbek (Sonntag, 17 Uhr, Langenheisch) wieder fit wird, steht noch in den Sternen. Wenigstens ist Ersatzfrau Tack dann wieder zurück. Denn auf Mehrkens will Ahrenbog verzichten. Die Schlussfrau der "Zweiten" würde sich laut Regelwerk nämlich festspielen, wenn sie für die "Elbdiven" zwei Spiele innerhalb von vier Wochen absolviert. Deshalb sind die Lauenburgerinnen nun auf der Suche nach einer neuen Schlussfrau.

Mehrkens selbst zeigte sich nach ihrem Debüt selbstkritisch. "Ich fand mich nicht so gut", sagte die Cousine von Rückraumkraft Lena Mehrkens. Allerdings sorgte sie mit zwei starken Paraden in den letzten Minuten für großen Jubel auf den Rängen. "Nach dem Schlusspfiff konnte man uns ansehen, wie erleichtert wir über den ersten Sieg waren", freute sich Torfrau Mehrkens und genoss die Welle mit den Fans. Aber ihr waren Steine auch vom Herzen gefallen. "Ich bin ziemlich froh darüber, dass ich nicht gegen eine stärkere Mannschaft spielen musste."

LSV-Tore: L. Mehrkens (12/8), Hahn (5), Lemmermann (4), Braun, Gillwald, Heins, Koch (je 2), Lucas (1).