Volleyball

Neue Liga, neue Motivation

Oststeinbek (ols). Bei den Ostbek Pirates ist wieder Feuer drin. Björn Domroese, der spielende Co-Trainer, steht förmlich in der Luft und schmettert wuchtig diagonal zum Punktgewinn übers Netz.

Kurz brandet Jubel auf, der sich mit Anfeuerungsrufen mischt. Obwohl die Volleyballer des Oststeinbeker SV nur ein Trainingsspiel haben, geben sie keinen Ball verloren. Weil 14 Akteure zu den Übungen gekommen sind, hat jedes Team sogar einen Ersatzmann. Die Qualifikation für die neue Dritte Liga hat für neue Motivation gesorgt. Zum Saisonauftakt gastiert Zweitligaabsteiger SV Lindow/Gransee am Sonnabend in der Walter-Ruckert-Halle (19.30 Uhr, Meessen).

"In der vergangenen Rückrunde waren oft nur sieben Mann beim Training", erklärt Trainer Daniel Prade. Zwar waren Verletzte die Hauptursache, doch auch die Spannung fehlte nach einer traumhaften, verlustpunkfreien Hinserie. "Wir wollten gar nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen. Wenn wir mal ein Spiel verloren haben, war es nicht so schlimm", weiß Mittelblocker Martin Kauffeldt. So reichte es für das Team, dem der Aufwand in Liga zwei zu hoch ist - vom finanziellen für den Verein ganz zu schweigen - am Ende nur zum fünften Platz.

An fehlender Motivation sollte es dieses Mal nicht scheitern. Waren die Oststeinbeker in der Regionalliga stets ein Titelkandidat, geht es nun vornehmlich um den Klassenerhalt. "Wir wollen natürlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben", sagt Prade.

Mit einem 17-Mann-Kader, darunter sieben Neuzugänge, soll dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. "Die Neuen sind echte Verstärkungen", schwärmt Prade. "Weil unsere Staffelkonkurrenten aufgerüstet haben, mussten wir etwas tun", betont Prade. Die Lücke auf der Zuspielerposition, die Christian Braun und Timo Timpe hinterlassen, sollen Remigiusz Smolinski (Potsdam-Waldstadt) und Vitali Aul (VG WiWa) schließen. Den Außenangriff verstärken Matthias Bansemer (WiWa) und Michael Kopf (Stendal), für den Mittelblock sind Rückkehrer Tobias Thomsen und Sven Wischhöfer (WiWa) gekommen. Marc Lau (Norderstedt) ist universell einsetzbar.

Auch organisatorisch ist in der Dritten Liga vieles anders. Der Deutsche Volleyball-Verband will mit der neuen Spielklasse die Kluft zwischen 2. Bundesliga und Regionalliga schließen. Gefordert sind drei Ballholer und zwei Wischer. Zudem muss der Heimverein Eintritt verlangen. Die Pirates bieten ihren Fans eine kostengünstige Dauerkarte an. Statt der drei Euro pro Spiel sind für ein Saisonticket (acht Partien) 20 Euro fällig. "Das Organisatorische ist erledigt. Jetzt wollen wir Volleyball spielen", sagt Prade.