Ausschluss

GSK Bergedorf muss zittern

Bergedorf. Sollte das Unvorstellbare möglich sein? Schnell wischt Hakan Karadiken, Trainer und künftig wohl auch Vorsitzender des Fußball-Landesligisten GSK Bergedorf, die trüben Gedanken weg. "Die werden uns doch nicht die ganze Zeit spielen lassen, nur um uns dann doch noch auszuschließen", mutmaßt er.

Es ist der Strohhalm, an den sich ein ganzer Verein klammert.

Wenn der GSK am Sonntag den TSV Wandsetal (15 Uhr, Ladenbeker Weg) empfängt, dann schwebt weiter das Damoklesschwert eines möglichen Ausschlusses über den Bergedorfern. Denn der Hamburger Fußball-Verband hat nach dem Skandal um einen tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter sowie massiven verbalen Drohungen gegen ihn noch immer keine Entscheidung getroffen. Anfang kommender Woche, so war vom Verband zu hören, soll es nun soweit sein.

Anfangs waren sich die Beobachter einig, dass, je länger ein Urteilsspruch des Sportgerichts auf sich warten lassen würde, es umso dicker für die Bergedorfer käme. Eine Verzögerung könne nur bedeuten, dass der Verband Zeit braucht, um einen Ausschluss juristisch "wasserdicht" zu machen. Denn was wäre es schließlich für ein Signal an die eigenen Referees, wenn der Verband von einem Ausschluss absehen würde? Schließlich war es doch der Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss, der eine solche Strafe gefordert hatte.

Doch mittlerweile deuten vor allem viele GSK-Anhänger die Hängepartie als Hoffnungsschimmer. Waren die seit dem Vorfall störungslos verlaufenen Punktspiele gegen Oststeinbek (3:2), Altenwerder (4:1) und Schwarzenbek (1:1) vielleicht Bewährungsproben? Oder zählt das überhaupt nicht?

Fragen über Fragen. "Ich kann nur hoffen, dass der Verband uns noch eine Chance gibt", sagt Karadiken, "ich bin seit 13 Jahren in Bergedorf selbstständig, habe 35 Angestellte. Ich bin auch in der Lage, einen Verein auf den richtigen Weg zu führen." In der kommenden Woche wird sich zeigen, ob der Verband ihm dies auch zutraut.