Abwehrproblem

Vom Prunkstück zur Schwachstelle

Lauenburg. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stand Arne Bahde die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

"Ich bin geneigt, die Saisonziele neu zu definieren", grantelte der Teammanager der "Elbdiven". Glücklich sah auch Rolf Ahrenbog nicht aus, als er wenig später in den Vorraum der Hasenberghalle trat. Um das Gesehene zu verdauen, suchte der Trainer der Lauenburger SV zügig den Weg nach draußen und steckte sich eine Zigarette an. "Davon sind heute eher vier oder fünf nötig", kommentierte der 38-Jährige. Seine Handballerinnen blieben hingegen noch lange in der Kabine, um sich auszusprechen. Nach der dritten Pleite im dritten Oberligaspiel saß der Frust tief. Gegen die HSG Tarp-Wanderup unterlag die LSV verdient mit 29:33.

Wie schon in der Vorwoche beim ATSV Stockelsdorf (25:28) schenkten die Lauenburgerinnen zahlreiche Vorteile im Angriff her. Keeperin Lena Gansor-Kaatz etwa, die nach 20 Minuten ob einer Fingerverletzung aufgeben musste, entschied sich zwischen der 14. und 18. Minute dreimal für eine lange Spieleröffnung, doch nicht eine landete bei einer Mitspielerin. Unkonzentrierte Vorstöße und Abschlüsse waren Schuld daran, dass die Gäste die Partie trotz einer durchschnittlichen Leistung bis zur 27. Minute ausgeglichen gestalten konnten (13:13). Zwar erspielte sich die LSV eine 17:14-Pausenführung, doch besonders nach dem Wechsel sorgte die Abwehr, die zurzeit größte Schwachstelle der "Elbdiven", für Ernüchterung bei den Fans.

Bereits vier Minuten nach dem Wechsel konnten die Gäste egalisieren (17:17). Extrem löchrig war die Deckung dann im Schlussabschnitt: Zwischen der 49. und der 54. Minute erzielte Kreisläuferin Katrin Lucht vier ihrer sieben Tore. Die HSG machte aus einem 24:24 ein 29:26.

Während die Defensive in den Vorjahren noch das Prunkstück der LSV war, hat aktuell nur Tarp mehr Gegentreffer (99) kassiert als die Elbestädterinnen (88). "Natürlich haben wir ein Abwehrproblem", gibt Ahrenbog zu. Eine Ursache: Angesichts des größeren Kaders wird öfter rotiert. "Man merkt, dass wir uns dabei untereinander weiter finden müssen", erklärt Rückraumkraft Jacqueline Heins. Die Gäste, die sich auch in Hälfte zwei als schlagbar erwiesen, fuhren so einen ungefährdeten Auswärtssieg ein. An der Zielsetzung, einem Platz zwischen sechs und neun, will Ahrenbog noch nichts ändern. "Die Tendenz geht aber mehr Richtung Rang neun", sagte der Coach.

LSV-Tore: Mehrkens (10/8), Gillwald (5), Hahn, Koch, Lemmermann, Lucas (je 3), Heins (2).