Bergedorf 85

Willkommen im Abstiegskampf

Bergedorf. Die wenigen zur Auswärtspartie beim Oberliga-Aufsteiger SV Lurup mitgereisten Fans von Bergedorf 85 wollten Christopher Mahrt nach dessen Auswechslung (61.) Trost spenden. "Danke Chris", riefen sie ihm zu und klatschten.

Doch der Mittelfeld-Regisseur reagierte gereizt. "Danke für was?", fragte er und erhielt als Antwort: "Für das Spiel." Mahrts Replik - verbunden mit einem Tritt gegen die Eisbox - traf dann auch auf fast jeden anderen Bergedorfer Fußballer an diesem Tag zu. "Wieso, ich habe doch gar nicht mitgespielt", fluchte der 23-Jährige. Denn mehr als körperliche Anwesenheit war den "Elstern" mit ganz wenigen Ausnahmen nicht zu attestieren. Das Resultat eines desaströsen Auftritts war eine 1:5-Pleite.

"Ab heute geht's in die andere Richtung. Wir müssen schauen, wo wir unsere Punkte holen", rief Trainer Olaf Poschmann den Abstiegskampf aus. Seine Mannschaft hatte zwar schwungvoll begonnen und durch Martin Wiederhold, dem besten "85"-Akteur, die erste Chance. Der Linksschuss des Neuzugangs krachte jedoch ans Lattenkreuz (7.). Das war es dann aber auch schon mit der "Elstern"-Herrlichkeit in Hälfte eins. In der Folge rannte die Poschmann-Elf zwar weiter fröhlich nach vorn, ließ sich aber wie eine Schülermannschaft auskontern. Lurups 1:0 von Kim Michael Schultze (13.) ging ein katastrophaler Ballverlust von Christian König voraus. Vor Schultzes zweitem Tor (19.) hatte "85" einen Freistoß am 16-Meter-Raum der Hausherren. Hätte der Aufsteiger seine weiteren Chancen genutzt, "hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es hier 4:0 steht", wie Bergedorfs Ersatzkeeper Tobias Braun zur Pause meinte.

Nach dem Seitenwechsel und dem Anschlusstreffer von Frank Saaba (60.), der eine feine Wiederhold-Vorarbeit vollendete, keimte noch einmal Hoffnung auf. Allerdings nur für 180 Sekunden. Dann schlug Lurup einen Freistoß in Bergedorfs Strafraum, wo sich niemand für Melvin Bonnewald zuständig fühlte. Der langmähnige SVL-Akteur sagte "Danke" und drückte die Kugel über die Linie. "Auf dem Freistoß lag Schnee drauf. Den haben die schon Freitag losgeschickt", fluchte Poschmann. Zwei weitere Male musste sich der Coach von seiner Verteidigung noch veralbert fühlen. Beim 4:1 durch Roman Kialka (79.) stand diese im Zentrum nur Spalier, vor dem letzten Treffer von Alessandro Schirosi (84.) unterlief Aykut Özdemir einen langen Ball. "Solche Fehler sind nicht zu begreifen", schloss der ratlose Poschmann.

Bergedorf: Werth (4); Urdin (4), Groh (5), Özdemir (5), König (5) ab 46. Gimeno (5); Schmer (4), Ballach (4), Bugrov (4-5), Wiederhold (3), Mahrt (5) ab 61. Kunath (-); Saaba (5) ab 70. Dias (-)