London Calling

Von Bolt, Losglück und Luftmatratzen

Eric Johannesen vom RC Bergedorf ist unser Mann in London. Für uns berichtet der Olympiasieger mit dem deutschen Ruder-Achter vom Flair der 30. Olympischen Spiele der Neuzeit.

Kein Wettbewerb bei Olympia ist begehrter als das 100-Meter-Finale der Männer - und ich war dabei. Ich saß in der Nähe des olympischen Feuers. Usain Bolt ist praktisch direkt auf mich zugelaufen. Die Stimmung war der Wahnsinn. Vor dem Start hätte man eine Stecknadel fallen hören können, obwohl 80 000 Leute im Stadion waren. Mit dem Start gab es dann auf den Rängen eine Lärm-Explosion.

Im Vorfeld brauchte ich allerdings etwas Glück, um dabei zu sein. Wir hatten nur fünf Karten bekommen und mussten losen, wer gehen darf. In die Röhre geschaut haben Filip Adamski und Richard Schmidt. Unser Steuermann Martin Sauer und Andreas Kuffner waren sowieso raus, die hatten einen Pressetermin. Hinter uns saß der englische Achter. Mit denen haben wir uns gut verstanden.

Inzwischen konnten wir auch endlich ins richtige olympische Dorf umziehen. Das ist ganz schön überfüllt. Einige schlafen sogar im Aufenthaltsraum auf Luftmatratzen. Da bin ich eigentlich ganz froh, dass wir Ruderer ein eigenes Dorf hatten und uns so in Ruhe auf unsere Wettkämpfe vorbereiten konnten.