Olympia

Heute Daumen drücken für Eric Johannesen

Bergedorf/London (olü). Während Eric Johannesen am Tag vor dem größten Rennen seiner Karriere noch ziemlich cool wirkte, nimmt bei Vater Thomas und Mutter Doris die Nervosität ständig zu.

Die Eltern des Ruder-Stars vom RC Bergedorf verbringen jeden Tag an der Strecke in Eton, 50 Kilometer westlich von London. " Hier sind immer 25 000 Zuschauer. Die Stimmung ist fantastisch", berichtet Thomas Johannesen, der Mitte der 1980er-Jahre zur deutschen Kajak-Elite gehörte.

Gegen 13.30 Uhr deutscher Zeit dürfte der Adrenalinpegel der Johannesens heute noch einmal ansteigen. Dann startet auf dem Dorney Lake das Achter-Finale. Nicht nur durch seine Leistung im Vorlauf, den das deutsche Boot souverän gewann, gilt das Team von Trainer Ralf Holtmeyer als Topfavorit auf Gold. Seit dem Fiasko von Peking 2008, als der Deutschland-Achter im Finale Letzter wurde, gewann das Flaggschiff jedes seiner 35 Rennen.

Sollte Johannesen heute Gold gewinnen, wäre es nicht nur das erste eines deutschen Achters seit 1988, es wäre auch der erste Olympiasieg eines Bergedorfers. Zwar hat der gebürtige Hamburger Peter-Michael Kolbe, der zeitweise in den Marschlanden lebte, in seiner Karriere fünf Weltmeistertitel gesammelt, doch bei Olympia reichte es "nur" zu dreimal Silber. Von daher sollten heute alle Bergedorfer Eric Johannesen die Daumen drücken.

Die Veranstaltung des RC Bergedorf, dessen Mitglieder das Achter-Finale heute gemeinsam im Hotel Bergedorfer Höhe anschauen, ist ausgebucht.