Bezirksliga-Fußball

Ein Topfavorit und fünf Verfolger

Bergedorf. Peter Martens strotzt vor Selbstvertrauen. Nicht nur, dass die meisten seiner Trainerkollegen den FC Voran Ohe zum Meisterschaftsfavoriten der Fußball-Bezirksliga erkoren haben.

Auch der Coach des Reinbeker Stadtteilvereins hat sich den ersten Platz und damit den Aufstieg als Ziel gesetzt. "Soll ich der Mannschaft etwa sagen, wir wollen wieder Dritter werden?", fragt Martens. Einen ersten Fingerzeig, ob die Oher ihrer Favoritenrolle gerecht werden können, wird es schon am Freitag geben. Denn zum Saisonauftakt wartet am Amselstieg gleich ein Spitzenspiel auf die Zuschauer. Der Landesliga-Absteiger SV Börnsen ist ab 19.30 Uhr zu Gast. Offen ist der Einsatz von Stürmer Marvin Schipper, der sich am Sprunggelenk verletzt hat. Da sich mit Tobias Maertzke (Studienaufenthalt USA) ein weiterer Angreifer demnächst verabschieden wird, könnte der Sturm noch zur "Baustelle" für Martens werden. "Das müssen wir dann aus der Mannschaft heraus kompensieren", sagt der Trainer.

Wäre es nach SVB-Trainer Marcel Greve gegangen, hätte seine Mannschaft zum Start lieber eine einfachere Aufgabe gehabt. "Wir brauchen noch Zeit. Zudem fehlen uns Spieler", erklärt Greve. Ausgerechnet in der Offensive, in der vergangenen Saison die Achillesferse der Börnsener, muss der 38-Jährige vier Spieler ersetzen. Benjamin Bode ist verletzt, Ole Schüler weilt im Urlaub, Stephan Marek fliegt heute nach Australien, und Marcel Hamester kommt erst am Freitag von einem Montage-Einsatz zurück.

Auch die Vorbereitung verlief nicht optimal. Zwar erspielten sich die Börnsener in den Testspielen viele Chancen, doch sie konnten sie häufig nicht nutzen - das alte Lied eben. Auch deswegen hat Greve die Meisterschaft abgeschrieben. "Der zweite Platz muss unser Ziel sein. Auch wenn es sehr schwer werden wird", sagt er.

Auf diesem Rang landete in der vergangenen Saison der MSV Hamburg, der auch vor der neuen Spielzeit als Mitfavorit gehandelt wird. Doch ob die Mümmelmannsberger ihr Trauma überwunden haben? Mit überragenden 78 Punkten war die Mannschaft von Trainer Kenny Lorenzen Zweiter geworden. Die Relegationsrunde schien nur eine Formalie zu sein, zumal drei der vier Mannschaften aufsteigen würden. Aber dann versagten die MSV-Spieler und wurden Letzter.

Doch nicht nur dem MSV werden Chancen eingeräumt. Immer wieder wird auch der SV Nettelnburg/Allermöhe genannt. Trotz hoher Fluktuation - zehn Spieler sind gekommen, neun gegangen -, schaut Trainer Klaus Behla zuversichtlich in die Saison. Wie auch sein Kollege beim FSV Geesthacht, Burhan Öztürk. Der FSV-Coach musste gar 15 Zugänge integrieren. Die Geesthachter haben deutlich an Qualität gewonnen und liebäugeln mit Platz drei. Als Außenseiter wird immer wieder der SV Altengamme genannt, dessen Trainer aber lieber tief stapelt. "Wir haben keinen Druck", erklärt Michael Wille und gibt Rang sechs bis neun als Ziel aus.

"Der zweite Platz muss unser Ziel sein. Auch wenn es sehr schwer werden wird."

Börnsens Trainer Marcel Greve