Handball

Mit dem "Gallischen Dorf" im Herzen

Geesthacht (vg). Von Trainingspausen hält Handball-Coach Thomas Brodeßer nicht allzu viel, und vielleicht war es ganz gut so, dass seine Spielerinnen dadurch nicht allzu viel Zeit zum Nachdenken bekamen.

21 Aktive umfasst sein Kader beim Landesliga-Aufsteiger VfL Geesthacht, neun davon sind mit Brodeßer vom TuS Aumühle-Wohltorf gekommen.

Dort hatten viele von ihnen praktisch ihre gesamte Handball-Karriere verbracht. "Sie haben sich natürlich mit diesem kleinen Gallierdorf identifiziert", weiß Brodeßer, "jeder hat uns gefragt: ,Aumühle, wo ist das?' Dafür fährt man gerne selbst bei Glatteis kreuz und quer durch Schleswig-Holstein."

Es folgte ein erzwungener Abschied, der noch immer weh tut. "Man merkt, dass eine gewisse Traurigkeit in der Gruppe drin ist", hat Brodeßer festgestellt, "aber die Geesthachterinnen machen es ihnen leicht, weil sie ihre neuen Teamkolleginnen sehr herzlich willkommen heißen." Die Plackerei tat ihr Übriges. Gemeinsam quälten sich alte und neue VfL-Spielerinnen in den vergangenen Wochen die zahllosen Stufen zum Pumpspeicherwerk hoch. "Wir haben nun ja viele Auswärtige dabei, die die Schönheiten des Geesthangs erst kennenlernen mussten", schmunzelt Brodeßer, der in Geesthacht lebt und arbeitet.

So wächst das neue Team langsam zusammen. "Es ist schön zu sehen, wenn 18-Jährige und Über-30-Jährige abends fragen: ,Wo wollen wir gemeinsam hingehen", freut sich der Trainer, "alles andere wird kommen, wenn sie erst wieder Spiele austragen und merken, dass sie zusammen etwas erreichen können."

In Geesthacht herrsche "Aufbruchsstimmung", hat er beobachtet. Seine Spielerinnen haben sich ohnehin schon einmal auf ihren neuen, gemeinsamen Weg gemacht.