Interview

"Ich erwarte höhere Qualität"

Dassendorf. 8- 7- 5- 7. Diese Zahlen stehen für vier Jahre Stagnation beim Fußball-Landesligisten TuS Dassendorf. Ganz egal, ob die Verantwortlichen vor der Saison von den "Ballermännern vom Bornweg" (2008) schwärmten, die angeblich "beste Mannschaft seit Jahren" (2010) verpflichtet hatten oder den "Angriff auf die Tabellenspitze" (2011) ausriefen, immer stand am Ende nur ein dürrer Mittelfeldplatz, die Ränge acht, sieben, fünf, sieben - weit weg vom erhofften Oberliga-Aufstieg.

Damit soll nun Schluss sein. Zehn neue Spieler wurden verpflichtet, darunter Hochkaräter wie Ex-Profi Dennis Tornieporth, "Elstern"-Regisseur Sascha de la Cuesta, "85"-Verteidiger Philip Pettersson, SCVM-Tormaschine Damian Gelinski oder Vorwärts-Routinier Peter Iwosa. Da zudem 13 Akteure aus der alten Mannschaft gehalten wurden, darf sich der neue Coach Jan Schönteich über einen üppig besetzten Kader freuen. Der Mann, der das möglich macht, ist der Sponsor und Sportliche Leiter Michael Funk. Wir haben ihn zum Umbruch befragt.

Herr Funk, vor einem Jahr schwärmten sie von ihrer talentierten jungen Mannschaft. Jetzt haben sie die meisten dieser Talente wieder abgegeben und vor allem erfahrene Akteure aus höheren Ligen verpflichtet. Warum dieser Paradigmenwechsel in der Personalpolitik?

Michael Funk:

Das ist eine Reaktion auf die unangemessenen Forderungen von jungen Spielern. Wenn Talente hier ankommen und ihre erste Frage ist, was sie hier verdienen können, dann finde ich solche Spieler nicht mehr interessant. Ein Tornieporth oder auch ein Christian Spill, mit dem wir verhandelt haben, für die war das Finanzielle erst mal zweirangig.

Zweitrangig? Dassendorf gilt doch als reicher Verein?

Das ist doch lange vorbei, sonst wäre ein Christoph Hammel doch nie in Schwarzenbek geblieben. Bei uns läuft alles ganz seriös über die Knappschaft, das heißt, wir zahlen für einen Spieler 30 Prozent Knappschaftsbeitrag. Bekommt er also zum Beispiel 500 Euro an Aufwandsentschädigung, dann werden im Jahr 1800 Euro an Sozialabgaben fällig. Geld, das sich andere Vereine gerne sparen. Wer zu uns kommt, weiß, dass er etwas weniger verdienen wird als er anderswo erzielen könnte, aber dafür fließt das Geld sicher. Monat für Monat.

Warum ist Spill dann nicht gekommen?

Es war ihm letztlich zu aufwendig, nach Dassendorf zu pendeln.

Wie haben Sie all die anderen Hochkaräter überredet, den weiten Weg zu machen?

Vieles hat sich durch die Verpflichtung von Dennis Tornieporth ergeben. Wir hatten viele Anfragen von begabten Kickern, die mit ihm zusammenspielen wollten. Ich hätte locker noch eine zweite Mannschaft aufmachen, allein von Bergedorf 85 noch vier Spieler mehr holen können.

Ist nun alles andere als der Titel eine Enttäuschung?

Das weiß ich nicht. Natürlich ist der erste Platz das Ziel, aber wenn man alle Spiele bis auf zwei gegen den Meister gewinnt, ist das dann eine schlechte Saison? Oder wenn man alle Spiele nur mit 1:0 gewinnt, ist das dann eine gute Saison? Was ich mir erwarte, ist vor allem eine höhere Qualität in unserem Spiel.

Heute Abend ist Trainingsauftakt. Was gibt es Neues in Dassendorf?

Wir werden künftig bereits am Sonnabend spielen. So haben die Spieler einen Abend in der Woche, an dem sie einen draufmachen können. Die jungen Leute brauchen das. Die "Erste" wird künftig bereits um 13 Uhr auflaufen, vor der "Zweiten", die dann um 15 Uhr spielt. So können all diejenigen Spieler, die bei der "Ersten" nicht zum Einsatz gekommen sind, dann in der "Zweiten" auflaufen.