SC Wentorf

Liga-Mannschaft vor dem Zerfall

Wentorf (dsc). Thomas Schumacher, Fußball-Abteilungsleiter des SC Wentorf, fiel aus allen Wolken, als er Ende Mai im Helgoland-Urlaub in einer großen Boulevard-Zeitung las, dass sein Trainer Mirko Petersen neuer Assistent bei Oberligist Bergedorf 85 wird.

Mitten in der Sommerpause musste Schumacher für den Kreisligisten plötzlich einen neuen Coach suchen. Eine schwere Aufgabe, zumal die Spieler ihre Zusage an Petersens Verbleib geknüpft hatten. Der Abteilungsleiter entschied sich nun für eine interne Lösung. Maxwell Phelps, ehemaliger SCW-Ligatrainer und mit der "Zweiten" gerade in die Kreisliga 4 aufgestiegen, wurde befördert.

Ob der Verein aber den Spielbetrieb mit zwei Teams in der gleichen Spielklasse aufrechterhalten kann, erscheint fraglich. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Akteure der "Ersten" vorsorglich zum 30. Juni gekündigt. "Ich suche noch einen Trainer für die ,Zweite'", sagt Schumacher. Wohl wissend, dass für zwei Teams etwa 40 Mann erforderlich sind. "Ich lasse mich mal überraschen, wie viele zum Auftakttraining kommen. Dann muss der Hauptvorstand entscheiden", ergänzt der Abteilungsleiter.

Im für den SCW ungünstigeren, aber wahrscheinlicheren Fall würde die "Zweite" aus der Kreisliga 4 abgemeldet werden und Phelps mit seinem Team den Stamm der neuen "Ersten" bilden. "Dann ginge es einzig um den Klassenerhalt" weiß Schumacher.

Seinen Ärger über Petersens kurzfristigen Abgang kann er derweil nicht verbergen. "Zwei Tage vorher hatten wir noch gesprochen. Da war von einem Wechsel zu Bergedorf noch keine Rede. Ich bin ein bisschen sauer", schimpft Schumacher.

Noch wäre es möglich, dass der frei werdende Platz von einem Nachrücker besetzt wird. Allerdings müsste die Abmeldung dann bis heute, 12 Uhr, beim Hamburger Fußball-Verband eingehen.