Oberliga-Finale

"Matte" sagt ganz leise Tschüs

Curslack/Bergedorf. Ein großes Abschiedsspiel für Matthias Reincke war bereits in Planung.

Vor einigen Monaten hatte Torsten Schönsee, damals noch Obmann des SV Curslack-Neuengamme, via "Facebook" ehemalige Weggefährten und Freunde des 40 Jahre alten Angreifers angeschrieben, um einen gebührenden Ausstand für den Ex-Fußballer des Hamburger SV zu organisieren. Doch als "Matte", wie der Blondschopf nur gerufen wird, Wind von der Sache bekam, sagte er die geplante "Sause" sofort ab. "Ich wüsste gar nicht, wen ich da alles einladen sollte. Außerdem möchte ich gerne leise abtreten", gibt Reincke zu verstehen. Sein letzter Auftritt nach 22 Jahren im Hamburger Herren-Amateurfußball wird dennoch auf großer Bühne stattfinden: Am Freitag (19 Uhr, Hoheluft) tritt der SVCN beim frischgebackenen Oberliga-Meister SC Victoria an.

Noch einmal wird Reincke die Zuschauer mit dem einen oder anderen flotten Spruch amüsieren. Ein letztes Mal wird er seine viel jüngeren Gegenspieler ins Leere laufen lassen. Und wenn es nach seinem Trainer Torsten Henke geht, wird der Routinier mit einem Sieg in die selbst gewählte Fußball-Rente geschickt. "Wir wollen ihm ein schönes Abschiedsgeschenk machen", fordert der Coach.

Ein dreifacher Punktgewinn wäre für die Vierländer gleichbedeutend mit der Vizemeisterschaft und dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. "Das wäre schon etwas Schönes", meint Reincke, der seit drei Jahren das SVCN-Trikot trägt. "Die Curslacker habe ich ins Herzen geschlossen", ergänzt er. Ein Angebot des Klubs, in der neuen Serie als Co-Trainer zu fungieren, lehnte Reincke dennoch ab. So auch zwei Offerten von Landesligisten, die ihm jüngst unterbreitet wurden. "Es reicht jetzt einfach. Ich möchte nicht den richtigen Zeitpunk verpassen aufzuhören", erklärt der 40-Jährige. Mehr als einen Umtrunk soll es am Freitag nach dem Duell mit Victoria nicht geben. "Nicht ich, sondern die Mannschaft soll im Mittelpunkt stehen", sagt er bescheiden.

Auf eine Niederlage der Vierländer hofft derweil Reinckes früherer Verein Bergedorf 85. Denn nur bei einem Ausrutscher des Nachbarn und einem eigenen Sieg beim SV Rugenbergen (Freitag, 19 Uhr, Ellerbeker Straße) können die "Elstern" noch Zweiter werden. "Die Vizemeisterschaft ist jetzt das letzte Ziel. Damit wir endlich einmal wieder vor Curslack einlaufen", sagt Bergedorfs Coach Olaf Poschmann.