Aufstiegsambitionen

Thomas Brodeßer neuer VfL-Coach

Geesthacht. Marion Meschede war nicht die einzige Aumühler Handballerin, die sich den Aufstiegskrimi des VfL Geesthacht gegen die HSG Eutin (18:16) von der Tribüne aus angesehen hatte.

"Bei so einem Spiel will man natürlich dabei sein", erklärte die Rückraumspielerin. Auch Claudia Franke und Trainer Thomas Brodeßer waren zugegen. Ihr Erscheinen hatte allerdings noch einen weiteren Grund: Das TuS-Ensemble nahm das Umfeld ebenso wie das VfL-Team genau unter die Lupe. Schließlich waren die Aumühlerinnen zu diesem Zeitpunkt noch auf Vereinssuche. Das Gesamtpaket hat sie dann aber schnell überzeugt. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen: Brodeßer wird neuer Trainer in Geesthacht, gleich acht Spielerinnen aus dem alten TuS-Team bringt er mit.

"Wir sind erleichtert, dass wir zusammenbleiben. Genauso wichtig ist uns aber das Gefühl, dadurch niemanden zu verdrängen", sagte Meschede. Nach dem Zerwürfnis mit dem Aumühler Vorstand soll der Blick in der neuen Heimat nun wieder voll und ganz auf das Sportliche gerichtet werden. Der VfL wiederum ist froh über den Zulauf. Ex-Coach Michael Dams hatte in der abgelaufenen Spielzeit im Schnitt gerade einmal zehn Spielerinnen zur Verfügung.

Dazu waren die Bemühungen um Neuzugänge bisher nicht gerade von Erfolg geprägt. So buhlten die Elbstädterinnen auch um die Dienste der Boizenburgerinnen Sabine Krüger und Juliane Koch, die sich jedoch für den Oberligisten Lauenburger SV entschieden. Noch ist zudem unklar, wer auf VfL-Seite bleiben wird. Vier Spielerinnen überlegen noch.

Das hat allerdings nichts mit den neuen Teamkolleginnen zu tun. "Wir mussten uns quantitativ und qualitativ verstärken", sagte Dams, der neben seiner Funktion als 2. Beisitzer nun auch die Aufgaben des Erwachsenenwartes übernommen hat. Wie der zukünftige Kader letztlich aussehen wird, werden demnach erst die folgenden Wochen zeigen. Fest zugesagt haben auf Aumühler Seite neben Meschede und Franke bisher Janine Wiebracht, Sylvia Schmenk, Maren Bostel, Janina Ziemek, Sandra Tode und Ines Mulsow. "Es wird dann darum gehen, eine Einheit zu formen. Das ist die schwierigste Aufgabe", weiß Rückkehrer Brodeßer, der als Spieler und Jugendtrainer bereits in Diensten der Geesthachter gestanden hatte.

Vom Potenzial der neuen Mannschaft sind alle überzeugt. In der Landesliga will sich der VfL jedenfalls nicht lange aufhalten. "Wir wollen durchmarschieren", stellt Brodeßer gleich einmal klar.