Jubiläum

50 Jahre Post-Sportverein Bergedorf

Bergedorf (vg). Irgendwann hatten sie sich völlig verfranst. Das kleine Wandergrüppchen vom Post-Sportverein Bergedorf hatte vom Elbstädtchen Hitzacker nach Dannenberg laufen wollen.

"Ich richte mich da immer nach so einem Wanderbuch", schildert der Vorsitzende Hans-Georg Wahrburg, "doch irgendwie waren wir vom Kurs abkommen." Als sie Dannenberg endlich erreicht hatten, wartete die nächste Überraschung. "Das ist ein ganz langgezogener Ort, und der Bahnhof war ganz am anderen Ende", fährt Wahrburg fort, "da wir nicht mehr viel Zeit hatten, sind wir immer schneller getippelt. Hinterher musste ich versprechen, nie wieder so eine Wanderung zu organisieren."

Es sind Erlebnisse wie dieses, die den Post-Sportverein Bergedorf seit 50 Jahren für seine 142 Mitglieder liebenswert machen. Das Jubiläum soll nun am 2. Juni mit einem Tanzvergnügen und Grillfest im Commundo-Tagungshotel feierlich begangen werden. "Der 50. Jahrestag der Vereinsgründung war zwar schon am 1. April, aber bei einer Mitglieder-Befragung hat sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen, lieber etwas im Sommer zu machen", erklärt Wahrburg.

Sechs Sportarten - Fußball, Tennis, Tischtennis, Schwimmen, Kegeln und Wandern - bietet der nicht nur für Post-Angestellte offene Verein an - für nur drei Euro Grundbeitrag im Monat. Doch eine Heimat fehlt. Da die Fußballer am Hamburger Hauptbahnhof kicken, die Tischtennisspieler in Lohbrügge und die Tennisspieler in Börnsen aufschlagen und die Wanderer überall in der Gegend unterwegs sind, gibt es keinen wirklichen Zusammenhalt zwischen den einzelnen Abteilungen.

Das größte Problem aber ist die Altersstruktur. Nur zehn der 142 Mitglieder sind unter 40 Jahre alt, das Durchschnittalter liegt bei 58 Jahren. Allein die Schwimmabteilung drückt den Schnitt etwas, aber wie lange noch? Durch das neue Hamburger Ganztagsschul-Konzept drohen die Trainingszeiten im Bille-Bad knapp zu werden. So ist es ein Jubiläum eines Vereins, der vor einer unsicheren Zukunft steht.