Bergedorf 85

Ein Sieg zum Schämen

Verkehrte Welt an den Sander Tannen: "Wir haben 3:1 gewonnen und müssen uns schämen, uns gar entschuldigen für diesen Sieg", fasst Bergedorfs Oberliga-Trainer Olaf Poschmann den Heimspielerfolg gegen den Meiendorfer SV zusammen. 73 Minuten lang standen elf "Elstern" nur neun Meiendorfern gegenüber. Doch was die Gastgeber in der ersten Halbzeit boten, war ein fußballerischer Offenbarungseid. "Zum Glück gewinnen wir auch solche Spiele", resümiert "85"-Verteidiger Martin Sobczyk.

Bereits nach acht Minuten trifft Gabriel Subasic Bergedorfs Stürmer Yayar Kunath kurz vor dem Strafraum am Fuß. Die Konsequenz: Rot für den Meiendorfer - eine harte, wenn auch vertretbare Entscheidung. Die Gäste wirken jedoch keinesfalls geschockt. Im Gegenteil: Nach Vorarbeit des überragenden Yiner Arboleda Sanchez erzielt Hamid Zazai das 1:0 für den MSV (13.).

Nur vier Minuten später wird Kunath erneut am "Sechzehner" von den Beinen geholt. Dieses Mal bleibt Schiedsrichter Alexander Rau (Rostock) keine Wahl - Rot für Sascha Bernhard. Doch auch mit zwei Spielern mehr auf dem Feld tapsen die Bergedorfer über den Platz, als hätten sie Blei an den Füßen. Anders die Gäste: Zunächst schießt Arboleda an die Latte (27.), dann hämmert der Kolumbianer den Ball aus etwa acht Metern freistehend über das Gehäuse (31.). Schließlich trifft Fabian Gasde aus ganz spitzem Winkel den Außenpfosten (44.). Trotz numerischer Überlegenheit: In Durchgang eins erspielen sich die Bergedorfer nicht eine Torchance.

Das ändert sich erst nach dem Wiederanpfiff. Tobias Sävke und Kunath steigen zehn Meter vor dem Tor gemeinsam zum Ball hoch. Der MSV-Keeper kann die Kugel jedoch nicht festhalten, der "Elstern-Angreifer schießt mühelos zum 1:1 ein (61.). Drei Minuten später fliegt ein Freistoß von Sascha de la Cuesta in den gegnerischen Strafraum. Sobczyk springt am höchsten und köpft zur Führung ein.

De la Cuesta scheitert in der Folge zweimal frei vor Sävke (71., 79.). Die Entscheidung fällt jedoch erst eine Minute vor dem Abpfiff. Einen langen Abstoß von "85"-Keeper Semir Svraka verlängert Jan Landau zum 3:1-Endstand.

Während Meiendorfs Coach Matthias Stuhlmacher nach dem Abpfiff von einem "moralisch gefühlten Sieg" spricht, kann Florian Menger nur mit dem Kopf schütteln. "Zum Glück haben wir heute nicht elf gegen elf gespielt", resümiert Bergedorfs Co-Trainer.

Bergedorf: Svraka (4); Meyer (4), Sobczyk (3-4), Koca (5) ab 58. Metzler (2-3), Pettersson (4); Schmer (3-4), Ioannou (4); Bugrov (5) ab 46. Landau (3), de la Cuesta (4), Mahrt (5) ab 88. Akyol (-).