Bergedorf 85

"Ich bin Mathias Hammer dankbar!"

Bergedorf. Die Aufregung um den Regionalliga-Verzicht des Fußball-Oberligisten Bergedorf 85 zieht immer weitere Kreise. Für das Heimspiel der "Elstern" am kommenden Sonntag gegen den Meiendorfer SV (15 Uhr, Sander Tannen) hat sich der Fernsehsender "Hamburg 1" angekündigt, um einen Bericht über das Spiel und den Verein zu drehen.

Am Montag um 20.15 Uhr werden der "85"-Vorsitzende Ronny Wenzel und Manager Andreas Hammer dann im Studio sein, um Rede und Antwort zu stehen. Die Sportredaktion hat Wenzel zum Rummel und zur Zukunft der "Elstern" befragt.

Sind Sie überrrascht über die enorme Resonanz in den Medien?

Ronny Wenzel: Ja, auf jeden Fall. Ich hab anfangs gedacht: Das geht eine Woche, und dann ist Ruhe.

Die Mannschaft hat mit dem 3:2 in Schnelsen eine überzeugende sportliche Antwort gegeben. Wie groß ist Ihre Sorge, dass das Team auseinanderfallen könnte?

Das Interesse, bei uns zu bleiben, ist da. Gerade gestern bat beispielsweise Philip Pettersson um ein Gespräch,. Die Spieler sagen ganz klar: ,Wir spielen den attraktivsten Fußball der Oberliga.' Da haben sie Recht. Da ist es ganz normal, dass sich andere Vereine für sie interessieren. Aktuell hat mir zum Beispiel Ronald Lotz vom SC Victoria gesagt, dass sie Martin Sobczyk und Oliver Ioannou ansprechen wollen. Aber alle Jungs in unserer Mannschaft werden nirgendwo anders unterschreiben, ohne mit mir gesprochen zu haben. Das haben sie mir versprochen.

Welche Perspektive können Sie denn bieten?

Vielleicht ist es ganz gut so, dass wir jetzt ein Jahr Zeit haben, um unsere Hausaufgaben zu machen. Die Spieler können nachweisen, dass der sportliche Aufschwung keine Eintagsfliege war. Wir können Sponsoren für die Regionalliga suchen. Es kann ja nicht sein, dass wir uns zu Monatsbeginn fragen, wie wir am Monatsende die Spieler bezahlen sollen. Wenn mir Ronald Lotz erzählt, was Victoria nach drei Pokalfinals auf der hohen Kante hat, damit können wir uns nicht vergleichen. Aber viele frühere Sponsoren haben zu uns gesagt: "Spielt mal ein, zwei Jahre weiter, dann schauen wir mal."

Das heißt, Sie sind ganz zufrieden damit, dass Mathias Hammer in seiner Funktion als Berater die Unterlagen eigenmächtig nicht eingereicht hat?

Ich bin froh, dass es so gekommen ist. Ich bin Mathias Hammer dankbar für seine Weitsicht und sein kaufmännisches Kalkül, dass er mich vor einer größeren finanziellen Dummheit bewahrt hat! Man ist in so einer Phase einfach zu euphorisch und blauäugig. Da braucht es jemanden, der sagt: "Stopp!"