Hanse Cup

Gesangseinlagen und wilde Tänze durch die Halle

Bergedorf (ols). Mit verschränkten Armen lehnte Axel Wobbe an der Wand der Sporthalle Ladenbeker Furtweg.

Die Partie gegen Kolding war entschieden, der Vertreter aus Dänemark führte nach 23 Minuten mit 7:3. "Kommt schon", rief der Trainer der in der weiblichen B-Konkurrenz startenden TSG Bergedorf, "einen Treffer macht ihr noch." Dass in den verbleibenden 120 Sekunden kein Tor mehr gelang, trübte den guten Eindruck nicht. "Wir haben uns wacker geschlagen", befand der Coach des Bezirksligisten, dem es bei dem von der TSG ausgerichteten 2. Hanse Cup ohnehin um andere Dinge ging. "Wir wollen Spaß haben und das internationale Flair genießen", meinte Wobbe und sprach damit vielen aus dem Herzen.

Schon die lauten Tröten und Anfeuerungsrufe von Fans und Mitspielern machten jedes Spiel zu einem ganz besonderen Erlebnis. "Die Leute hier sind wirklich sehr freundlich", freute sich auch René Lundgaard, Trainer aus Kolding. Die Atmosphäre, zu den Finalspielen kamen gut 500 Zuschauer, spornte die insgesamt 82 Mannschaften aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz mächtig an.

Die gute Laune auf den Rängen übertrug sich, Siege wurden ausgelassen gefeiert: Lundgaards B-Juniorinnen gaben nach dem 8:3-Erfolg gegen die TSG zunächst jeder Gegenspielerin artig die Hand, um sich im Anschluss zu formieren, mehrmals kräftig auf den Boden zu stampfen und dann aus voller Kehle zu singen. Das holländische Pendant V&S aus Groningen fasste sich an den Händen und bildete einen Kreis, der sich tanzend durch die Halle bewegte. "Es herrschte eine ganz besondere Stimmung", meinte auch TSG-Jugendwart Tobias Münster. Dazu wurde guter Handball geboten, besonders vom dänischen Vertreter UH Esbjerg, der sich fünf der acht Titel sicherte. Dort wird Handball als Leistungssport betrieben, viermal pro Woche trainiert.

Im stark besetzten Teilnehmerfeld schlug sich auch der Gastgeber gut. Die noch junge Herrenmannschaft der TSG etwa wurde Vierter. Das Team, bestehend aus A-Jugendlichen und Spielern, die sich in ihrem ersten Erwachsenenjahr befinden, scheiterte erst im Halbfinale mit 12:15 am Schweizer Regionalligisten HC Andelfingen. Zwischenzeitlich war es den Bergedorfern gelungen, einen 3:9-Rückstand in ein 11:11 umzuwandeln.

Doch nicht nur sportlich machte die TSG eine gute Figur. Auch die Organisatoren heimsten viel Lob ein. Im nächsten Jahr sollen die Kapazitäten weiter ausgebaut werden und über 100 Teams ins Rennen gehen.

Die weiteren Sieger: HCE Bad Oeynhausen (Damen), Oliveo Handbal (NL, Herren), DSS (NL, weibliche A).