Nach 20 Tagen

Ulrich Lohmann schon wieder weg

Aumühle. Bei den Fußballern des TuS Aumühle-Wohltorf regiert das Chaos. Nach nur 20 Tagen und zwei verlorenen Spielen ist Ulrich Lohmann nicht mehr Trainer des abstiegsbedrohten Landesligisten.

Am Mittwochabend trat der 56-Jährige mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Damit unterbot er noch Alfred Gerdts, der den FSV Geesthacht in dieser Saison lediglich 23 Tage gecoacht hatte.

Bis zum Saisonende hat nun erneut Lohmanns Assistent Marc Gruber das Sagen. Der ehemalige TuS-Torhüter hatte bereits Ende Januar, nach dem Rücktritt von Coach Mike Breitmeier, kurzzeitig das Zepter an der Sachsenwaldstraße geschwungen.

"Ich bin gekommen, um den Abstieg zu verhindern. Die Wahrscheinlichkeit, das zu schaffen, geht gegen Null", begründet Lohmann seinen Schritt. Unter ihm hatte der TuS zuletzt 2:3 im Kellerduell beim SV Börnsen verloren. Die Aumühler (14 Punkte) liegen zwar nur zwei Zähler hinter dem GSK Bergedorf, der derzeit auf dem letzten Nicht-Abstiegsplatz liegt, doch mit dem aufgerüsteten Team vom Ladenbeker Weg kann sich der Aufsteiger nicht messen. Und Altenwerder ist bereits elf Punkte enteilt.

"Da mache ich lieber gleich den Weg für den Neuaufbau frei", sagt Lohmann. Er selbst steht dafür nicht zur Verfügung, "weil ich durch das Wirrwarr bei meiner Inthronisierung belastet bin", ergänzt der Kurzzeit-Coach. Hintergrund: Gruber war vor Lohmanns Amtszeit davon ausgegangen, er würde verantwortlicher Übungsleiter bleiben. Der Vorstand hatte jedoch ihn nur als Übergangslösung und zweiten Mann gesehen.

An dieser Ansicht hat sich offensichtlich nichts geändert. "Im Fußball ist zwar alles denkbar, aber im Moment gehe ich eher nicht davon aus, dass er über das Saisonende hinaus bleibt", sagt TuS-Fußball-Abteilungsleiter Norbert Schulz. Sein Hauptargument ist Grubers fehlende Trainerlizenz. Von Lohmanns Entscheidung fühlte sich Schulz derweil "ein bisschen überfahren". "Das bringt nur Unruhe. In die Mannschaft, den Verein und der Öffentlichkeit", sagt Schulz, der selbst nicht mehr "an den großen Umschwung" beim Landesligisten glaubt.

Von Rechenspielen will auch Interimstrainer Gruber nichts wissen. "Wir reden nur vom Spiel gegen die TuS Dassendorf", betont er. Der große Nachbar kommt heute Abend zum Nachbarschaftsderby (19.30 Uhr, Sachsenwaldstraße). Unter gewissen Voraussetzungen könnte sich Gruber vorstellen zu bleiben, "aber das hängt davon ab, ob sie (der Vorstand, die Red.) so weitermachen wollen wie zuletzt."