Kreisliga

Wenn die Gefühle Achterbahn fahren

Packendes Finale: Tatort Wendenstraße. In der Partie der Kreisliga 4 zwischen Tabellenführer Fatihspor und dem Escheburger SV läuft die zweite Minute der Nachspielzeit. Es steht 3:3. Elf Meter trennen Medin Güney und seine Escheburger von der Sensation. Doch der ESV-Mittelfeldspieler zeigt Nerven. Gehalten. Dann ein Pfiff. Der Schiedsrichter lässt den Strafstoß wiederholen. Ein Akteur der Hausherren wird ausfällig, sieht wegen Beleidigung die Rote Karte. Wieder läuft Güney an - und scheitert erneut. Jetzt Konter Fatihspor. Abgewehrt. Konter Escheburg und drin das Ding. Was für ein verrücktes Spiel! Knut Spohnholtz heißt der umjubelte Torschütze zum 4:3 in der 94. Minute. "Meine Mannschaft muss man nicht verstehen", sagt Trainer Carsten Puttfarken nach dem selbst für ihn überraschenden Sieg.

Anschauungsunterricht: Einen weit gereisten Fan hatte der SC Schwarzenbek II in seinem Auswärtsspiel beim MSV Hamburg II. Oliver Schmidt, Cousin von SCS-Trainer Sven Reinke und in Chicago wohnhaft, hatte sich während seines Deutschland-Urlaubs zum Besuch der Kreisligapartie überreden lassen. "Er ist großer Fußball-Fan und war auch beim 1:3 des HSV gegen Freiburg im Stadion. Ich habe ihm mehr Leidenschaft und taktische Disziplin versprochen, also ist er mitgekommen", sagte Reinke. Der Besuch dürfte sich gelohnt haben: Der SCS gewann 4:1.

Anfang und Ende: Beim ETSV Hamburg hatte im vergangenen September die Erfolgserie des TSV Glinde begonnen. Elf ungeschlagene Spiele später hieß der Gegner erneut ETSV, der die Serie jetzt beendete. In der Nachspielzeit gewannen die "Eisenbahner", bei denen der ehemalige Vier- und Marschländer Christian Cebulla debütierte, das Verfolgerduell mit 1:0. Nebeneffekt: Nun hat der ETSV die beste Ausgangsposition im Kampf um Relegationsplatz zwei.

Einfach stark: "Ich bin stolz auf meine Jungs", sagt Markus Behnke. Ein ungewöhnlicher Satz für einen Trainer, der gerade verloren hat - in diesem Fall unterlag die Lauenburger SV mit 3:5 bei Dassendorf II. "Da hat die halbe ,Erste' mitgespielt", erklärte Behnke. "Falsch. Es waren nur fünf Elftel. Trotzdem war es ein Herzkasperspiel", ärgerte sich TuS-Coach Kristofer Abels. Sein aufgemotztes Team hatte bis zur 85. Minute noch 2:3 zurückgelegen. Stark beim TuS: der erst 18-jährige Dreifachtorschütze Timo Stark.