Fußball-Landesliga

Die "Unabsteigbaren" schöpfen wieder Hoffnung

Börnsen (ako). Die Situationen ähnelten sich: Wieder stand Philipp Többen vom Fußball-Landesligisten SV Börnsen vor dem ruhenden Ball. Erneut trennten ihn beim Freistoß knapp 17 Meter vom Gehäuse des TuS Aumühle-Wohltorf.

In der 52. Minute hatte er die Kugel mit einem Kunstschuss zum 1:1 versenkt, nun lag das Leder etwas versetzt. Unbeeindruckt nahm er ein paar Meter Anlauf und traf erneut zum zwischenzeitlichen 2:2 (60.). Als der Freistoßspezialist kurz darauf vom Elfmeterpunkt sein drittes Tor schoss (65.) und damit den 3:2-Erfolg sicherstellte, war klar: Der neue Derbyheld heißt Philipp Többen.

"Zuletzt habe ich am Dienstag beim Fußball-Tennis dreimal getroffen", scherzte der Mittelfeldmotor, der für die Börnsener so etwas wie eine Lebensversicherung ist. Schon beim vorangegangenen Heimspiel gegen Este hatte er einen Freistoß verwandelt. "Extra üben tue ich das nicht", sagte er. Auch sein Trainer Marcel Greve war begeistert: "Das war überragend. Alles, was er 30 Meter vor dem Tor schießt, wird brandgefährlich. Er hat das im Schuh und ist sehr wertvoll für uns." Seine drei Treffer katapultierten die "Unabsteigbaren", wie sich die Börnsener selbst bezeichnen, erstmals seit dem sechsten Spieltag zumindest für 24 Stunden wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Dunkel sieht es hingegen beim TuS aus: "So lange rechnerisch etwas möglich ist, bleibt die theoretische Hoffnung auf den Klassenverbleib", fasste Neu-Trainer Ulrich Lohmann zusammen. Lange sah es im Abstiegskrimi für sein Team nach einem Befreiungsschlag aus. Trotz früher Roter Karte - Sebastian Stiegert foulte Samin Rasminda als letzter Mann kurz vor der Strafraumgrenze (35.) - gingen die Gäste mit 1:0 in Front. Daniel Pechau nutzte eine missglückte Torwart-Rückgabe von Börnsens Abwehrspieler Martin Bitterkleit (42.). Nach Többens erstem Streich wuchtete Mathias Conradi einen Kopfball zur neuerlichen Führung ins Tor (57.). Nur eine Minute zuvor hatte Börnsens Marlon Ioannou einen Strafstoß vergeben. "Das war wirklich nervenaufreibend", stöhnte Greve. Doch gut hat es derjenige, der einen Kunstschützen wie Többen in seinen Reihen hat. Zunächst egalisierte er das Ergebnis per Freistoß, dann schoss er Blau-Weiß-Rot vom Punkt ins Glück. "Das ist noch mal gut gegangen", sagte Többen bescheiden. Nebensächlich: TuS-Spieler Florian Brandt sah kurz vor Schluss für eine Notbremse noch Rot (88.).

SVB: Puttfarken (3); Bahr (3), Brausendorf (2), Bitterkleit (4); Rasminda (2-3), Fidanakis (3) ab 86. Graff (-), Többen (1), Ioannou (5) ab 75. Bakan (-), Tamm (3) ab 61. Hamester (3); Hubert (2-3), Bode (2-3).

TuS: Thomä (4); Lemm (5), Brandt (4), Stiegert (5), Kähler (4) ab 78. Fuchsluger (-); Pechau (2), Rößler (3), Conradi (2-3), Rathmann (2-3); Haidari (3-4) ab 43. Liedtke (4), Raschidy (3).