Fußball-Oberliga

Langeweile statt Lärmbelästigung

Oststeinbek. "Aufstehen für den OSV." Unter diesem Motto wollten die Anhänger des Fußball-Oberligisten Oststeinbeker SV im seit Monaten schwelenden Nachbarschaftsstreit mit den Anwohnern ein, wie es im Facebook-Aufruf heißt, "Zeichen für den Vereinssport setzen. Freundlich und fair."

Welches Spiel hätte dafür besser geeignet sein sollen als der über 90 Minuten komplett ereignislose und sterbenslangweilige Kick gegen den SV Curslack-Neuengamme? Lärmbelästigung? Grund zu jeglicher Form von Lärmerzeugung hatten die rund 300 Schaulustigen jedenfalls nie.

Trotz mäßiger Darbietungen auf dem Kunstrasen gab es nach dem 0:0 auf beiden Seiten nur zufriedene Gesichter. "Wenn vor dem Spiel jemand gesagt hätte, wir holen hier einen Punkt, dann hätte ich sofort unterschrieben", gab SVCN-Coach Torsten Henke angesichts der Ausfälle von Marco Theetz (gesperrt), Patrick Papke, Erdinc Örün (beide verreist) und Daniel Wulff (verletzt) freimütig zu. "Dieser Punkt ist wichtig für die Motivation", freute sich auch sein Oststeinbeker Pendant Stefan Kohfahl, "das ist ein Bonuspunkt, denn die wichtigen Spiele im Kampf gegen den Abstieg haben wir noch vor der Brust."

In der Tat hatten die Hausherren den größeren Grund zur Zufriedenheit, mussten sie doch die letzten 21 Minuten in Unterzahl überstehen. OSV-Verteidiger Lamin Jawla, bereits mit Gelb vorbelastet, hatte nach einer Einwurf-Entscheidung gegen ihn den Ball wütend auf den Boden geprallt und Schiedsrichter Lennart Wicke (TSV Glinde) damit keinerlei Ermessensspielraum gelassen: Gelb-Rot wegen Unsportlichkeit (69.). Es war erschreckend, wie wenig die Vierländer aus diesem Vorteil machten. Nur eine einzige Chance spielten sie in der Schlussphase heraus: Eine scharfe Hereingabe klärte OSV-Verteidiger Gideon Knüppe in höchster Not im Fünfmeterraum vor dem einschussbereiten Matthias Reincke (75.). Seine beste Chance hatte sich der SVCN bereits vor Jawlas Hinausstellung erarbeitet. Einen mustergültigen Freistoß von Julian Sander köpfte Tim Otte aus kurzer Distanz aufs Tor, doch OSV-Keeper Christoph Werth parierte den Ball mit einem großartigen Reflex (58.). Da auch der OSV das Pulver nicht erfunden hatte, blieb es also beim torlosen Unentschieden in einem Spiel, das schnell in Vergessenheit geraten wird.

OSV: Werth (2); Lasko (3-4), Stenzel (3), Knüppe (2-3), Jawla (4); Weiß (2-3), Mokaddem (2-3); Atug (4), Varela Monteiro (4) ab 46. Grudzinski (4), Meier (4) ab 59. König (4); Pohlmann (4) ab 86. Okur (-).

SVCN: Böse (3); M. Barlak (4) ab 28. D. Barlak (4), Otte (2-3), Blättermann (3), Kock (3-4); Zöpfgen (4), Wilhelm (4) ab 82. Ackermann (-), Sander (3), Möller (3); Reincke (4), Veselinovic (4).