Kreisliga

Gefangen im stillen Örtchen

Vermisst: Mit der Frage "Wo sind eure Toiletten?", stürmte Rüdiger Barthmann, der Betreuer des Fußball-Kreisligisten ETSV Hamburg, auf Kristofer Abels zu. "Ich dachte: ,Der muss aber dringend'", berichtete der Trainer der TuS Dassendorf II.

In Wirklichkeit suchte Barthmann fieberhaft nach Pascal Pietsch. Das Fehlen ihres besten Torschützen war den "Eisenbahnern" erst kurz vor dem Anpfiff aufgefallen, als ihre Teambesprechung anstand. Pietsch hatte derweil seine ganz persönliche Sitzung längst beendet, war jedoch von einem Dassendorfer Jugendteam nach deren Halbzeitpause eingeschlossen worden. Der unfreiwillig lange Aufenthalt im stillen Örtchen beflügelte den ETSV-Torjäger aber offensichtlich. Bereits nach neun Minuten stellte Pietsch mit seinem 15. Saisontor - später sollte noch Nummer 16 folgen - die Weichen für den 4:1-Erfolg. Merke: In der Ruhe liegt die Kraft.

Ohne Schuh' und Schoner: Ursprünglich wollte sich Fahim Sagar ganz gemütlich die Partie des Escheburger SV bei Hamm United II von der Seitenlinie anschauen. Doch da der Aufsteiger im Hammer Park arge Personalnot auszustehen hatte, "verpflichtete" ESV-Trainer Carsten Puttfarken den Verteidiger kurzerhand für seine Stammelf. Schuhe und Schienbeinschoner lieh sich Sagar beim einzigen Ersatzmann Benjamin Kahl. Dieser wiederum musste bei seiner Einwechslung die Ausrüstung des ausgewechselten Kelvin Woodrich tragen. Der ganze Aufwand war jedoch vergebene Liebesmüh', der ESV verlor 1:6. Merke: Immer die Buffer einpacken.

Serie gerissen: Zehn Siege in Serie hatte der TSV Glinde zuletzt gelandet. Damit hatte sich das junge Team des Aufsteigers nach ihren fünf Auftaktniederlagen wieder ins Rennen um Relegationsplatz zwei eingemischt. Nun aber ist die Erfolgsserie gerissen: Beim FC Lauenburg gab es "nur" ein 2:2. Großen Anteil daran hatten die Torhüter. Dennis Lohmeier (FCL) und Christoph Schneider (Glinde) vereitelten so manche Großchance. Merke: Irgendwann endet eben alles einmal.

Einfach gut, Herr Gothmann: Zehn Spiele musste Dennis Gothmann beim SV Altengamme zuletzt aus Verletzungsgründen zuschauen. Bei seinem Comeback gegen den Oststeinbeker SV II (7:3) traf der langjährige Stürmer des SV Curlack-Neuengamme nun gleich dreimal. Damit steht sein Torekonto nun bei elf - wohlgemerkt nach sieben Einsätzen. Den erfolgreichen Start ins Fußballjahr ließen die Vierländer beim Stamm-Griechen ausklingen. Merke: Na dann, jamas!

Wutausbruch: "Ich bin total stinksauer", polterte Trainer Mirko Petersen nach der Partie seines SC Wentorf gegen die TSG Bergedorf. Durch das enttäuschende 0:0, gegen ein Team, das sich just gegen Schlusslicht HT 16 mit 1:3 blamiert hatte, gingen dem SCW wichtige Punkte im Rennen um Relegationsplatz zwei "flöten". "Wir haben diesmal sehr diszipliniert gespielt, hätten uns aber mit einem Sieg belohnen müssen", lobte derweil TSG-Coach Jens Andorf. Derweil schimpfte Petersen weiter: "Der Mannschaft habe ich nach dem Spiel gesagt, dass es mir peinlich ist, sie zu trainieren." Den Stab brechen wollte er indes nicht über seine Mannschaft. "Vom Potenzial her ist es eine gute Truppe, sie muss es nur zeigen." Merke: Wentorfs Philipp Richter hat seine Karriere aufgrund anhaltender Rückenprobleme beendet.