TuS-Trainer

Nielsens letzter Auftritt

Aumühle. Zunächst wirkte alles so wie immer. Holger Nielsen ging in der Partie der Hamburg-Liga gegen die Handballer der HG Norderstedt vor der Bank des TuS Aumühle-Wohltorf unruhig auf und ab. Lautstark fieberte er über die vollen 60 Minuten mit.

Das ist sein Naturell. Was viele zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es war Nielsens letzter Auftritt für den TuS. Der 51-Jährige wechselt mit sofortiger Wirkung zum TSV Altenholz. Nach nur einem Gespräch in der vergangenen Woche war der Drittligist überzeugt. Nielsen, der eine A-Lizenz besitzt, wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Zum Abschied gab's mit Aumühle ein 24:27 (14:15).

Während Nielsen seinen nächsten Karriereschritt vollzieht, müssen sich die Aumühler erst einmal sammeln. Der Schock sitzt tief, seit der 51-Jährige der Mannschaft am vergangenen Donnerstag seinen Abschied verkündet hatte. "Er ist ein super Trainer", sagte Timo Kretzschmar, der unter Nielsen zum Abwehrchef reifte. Knapp drei Jahre hielt der Lübecker das Zepter in Aumühle in der Hand. Er formte einen verschworenen Haufen, der mit attraktivem Tempohandball überzeugte. Zwar fehlt für die Ligaspitze noch die Konstanz, doch ein erfolgreicher Weg schien vorgezeichnet.

Ob der TuS ihn auch ohne Nielsen weitergehen kann, wird sich zeigen. Gegen die Norderstedter konnte der TuS nicht so überzeugen, wie noch im Pokalspiel gegen Oberligist TSV Ellerbek. Der erhoffte dritte Platz ist bei drei ausstehenden Spielen und sechs Punkten Rückstand außer Reichweite. "Wir scheitern an der Summe der Kleinigkeiten", erklärte Jan Rautmann. So war es auch gegen Norderstedt wieder. Zwar konnten die Aumühler einen 19:23-Rückstand (48.) acht Minuten vor dem Ende ausgleichen (23:23), doch dem TuS fehlte die nötige Ruhe. Die Gäste behielten deshalb knapp die Oberhand. Bis zum Saisonende übernimmt der bisherige Co-Trainer Tim Aldenhövel. Weitermachen wird der A-Jugend-Coach aber nicht.

Doch an diesem Abend wollte sich noch niemand so recht mit der Zukunft beschäftigen. Auch Nielsen nicht, der ein letztes Mal durch die Aumühler Katakomben schlenderte. "Ich hatte am Donnerstag einen dicken Kloß im Hals", verriet er. Nielsens Entscheidung können in Aumühle aber alle verstehen. "Die Chance hätte jeder ergriffen", meinte Kretzschmar.

TuS-Tore: Ekberg (7/5), Hamann (5), Schreiber (4), Schellenberg (3), Korinth (2), Kretzschmar, Rautmann, Schlüter (je 1).