Kellerduell

Hammel macht den Unterschied

Aumühle (ols). Nur zaghafter Applaus erhebt sich, als Ole Daumann passgenau auf Sebastian Stiegert flankt und dieser die Kugel in die Maschen wuchtet.

Das Tor zum 1:3 ist sieben Minuten vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik. Einzig Marc Gruber kann dem Treffer deutlich mehr abgewinnen. "So einfach ist Fußball", ruft der Neu-Coach des TuS Aumühle-Wohltorf. Seine Worte sind Lob und Vorwurf zugleich. Denn eben jene Leichtigkeit fehlte den Gastgebern weitgehend im Landesligaduell gegen den SC Schwarzenbek. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass den Aumühlern ein Typ wie Christoph Hammel fehlt, einer, der den Unterschied macht, Der Schwarzenbeker Torjäger erzielte beim 3:1-Erfolg seiner Elf alle drei Treffer.

Schon zu Beginn der Partie vergaben die Gäste durch Hammel (4.) und Patrick Steffens (5.) zwei "Hundertprozentige". Die Aumühler hingegen begannen schwach. Erst nach zehn Minuten wachte der TuS auf und gab durch Jan-Hendrik Rathmann einen Warnschuss ab. Die Gastgeber steigerten sich. Nach einer halben Stunde hatte Rathmann die größte Chance, doch alleinstehend schob er den Ball am Tor vorbei.

Zur Pause reagierte Gästetrainer Kim Koitka auf die schwache Vorstellung seines Teams und stellte um: Kevin Koitka rückte vom Zentrum auf die linke Außenbahn. Der dort wirkungslose Stephan Bethmann spielte fortan als "Sechser" weiter, zudem kam der flinke Marc Oldag, der hinter den Spitzen für frischen Wind sorgte. Der SCS agierte sofort druckvoller. Aber plötzlich bot Aumühle dem Gegner auch reichlich Platz an. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff war es passiert: Oldag bediente Hammel, der zur Führung traf. Trotzdem hatte Aumühle die Chance zum Ausgleich: Einen Conradi-Kopfball konnte Henning Bindzus zwar klären, doch Walid Haidari kam an den Ball und passte scharf in die Mitte. Aber niemand war dort, um das Leder über die Linie zu drücken (56.). "Das haben wir im Training geübt", schimpfte Gruber. "Bernardo Romeo hat seine Tore nur so gemacht." Einen Mann wie den ehemaligen HSV-Stürmer hat der TuS allerdings nicht. In Minute 61 war es wieder Hammel, der einen Konter zum 2:0 abschloss. Eine Viertelstunde vor dem Ende machte er alles klar. "In der zweiten Halbzeit hat uns Aumühle wunderbar in die Karten gespielt", sagte der Mann des Spiels.

Gruber war nach seiner Punktspielpremiere auf der Trainerbank entsprechend bedient, vor allem wegen Hälfte zwei: "Da befolgen wir unsere Grundtugenden nicht mehr." Hammel bemühte sich prompt um Besänftigung: "Komm, wir trinken einen."

TuS: Thomä (3); Kähler (4), Stiegert (3), Brandt (4), Daumann (4); Conradi (3-4), Pechau (4) ab 63. Baskir (-), Yasar (4), Rathmann (4), Rößler (4); Haidari (3-4). SCS: Bindzus (2); Ehmke (3-4) ab 63. Graf (-), Basenau (3), Andrade (3), Oertel (3-4); Schumacher (4) ab 46. Oldag (3), Koitka (3), Bethmann (3-4), Gierke (2-3); Hammel (1-2), Steffens (4) ab 77. Kappmeyer (-).