2. Amateurfußball-Kongress

Jugendförderung regional stärken

Bergedorf. Am Donnerstag beginnt der zweite Amateurfußball-Kongress in Deutschland. Image und Wahrnehmung des Amateurfußballs, Bedeutung und Perspektiven des Ehrenamts, Impulse für die Fußball-Entwicklung, Finanzen sowie die Verbände als Dienstleister sind die Schwerpunkte in Kassel. Wir haben bei Vereinsvertretern im Verbreitungsgebiet nachgefragt, in welchen Bereichen sie Handlungsbedarf sehen und was sie sich von dem Kongress erhoffen.

Frank Flatau (Sportlicher Leiter SC Schwarzenbek): "Im Jugendbereich muss das Zusammenspiel zwischen Schule und Fußballtraining verbessert werden. Der Unterricht dauert heute länger als früher. Da bleibt nicht mehr so viel Zeit für den Sport. Generell verdient der Fußball unterhalb der 3. Liga mehr Aufmerksamkeit. Deshalb dürfen die Spielpläne der Bundesliga auch nicht weiter aufgefächert werden. Sonst kommen noch weniger Zuschauer zu den Amateurspielen."

Peter Martens (Trainer FC Voran Ohe): "Der Übergang vom regionalen zum überregionalen Fußball ist sehr groß. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Verbände den kleinen Vereinen finanziell unter die Arme greifen würden. Es ist auch wichtig, das Ehrenamt weiter zu stärken. Die Menschen, die Lust haben, sich ehrenamtlich zu engagieren, werden immer weniger."

Siegfried Niemand (Abteilungsleiter SC Vier- und Marschlande): "Kleine Vereine haben meist keine Eigenmittel, um ihre Sportanlagen zu sanieren. Ich denke da an den SV Bergedorf-West. Die Folgen sind, dass Spieler und ganze Mannschaften diese Vereine verlassen. Wenn ein Klub wie BeWe noch dazu in einem sozialen Brennpunkt angesiedelt ist, finde ich das sehr problematisch. Da gibt es Handlungsbedarf. Ich finde zudem Lizenzspielverträge kontraproduktiv. Davon profitieren nur die starken Vereine. Zudem sollte man bei den ganzen Spielabsagen, die es in den Wintermonaten immer gibt, darüber nachdenken, wie die Rahmenspielpläne besser den Witterungsbedingungen angepasst werden können."

Gerald Grassé (Abteilungsleiter SV Nettelnburg/Allermöhe): "Ich bin dagegen, dass Spieler während der Winterpause den Verein wechseln können. Es sollte nur noch eine Wechselperiode im Sommer geben. Die Spieler müssten dann für eine komplette Saison zusagen. In diesem Zusammenhang müssen auch die Ablösesummen abgeschafft werden."

Volker Tack (Präsident FSV Geesthacht): "Die Jugendförderung sollte gestärkt werden. Ich denke dabei an eine regionale Bündelung. Dazu müssten die Klubs aber ihre Vereinsbrille absetzen und mit den Vereinen aus der Region zusammenarbeiten. Ein zweiter Punkt, der mir am Herzen liegt, ist die Aufwandsentschädigung. Ich halte sie für richtig, doch es sollten Obergrenzen gesetzt werden. Dafür wären Richtlinien hilfreich."