TuS Dassendorf

Nur 45 Minuten lang mitgehalten

Aumühle. Im Testspiel zwischen dem Fußball-Landesligisten TuS Dassendorf und dem Regionalligisten Holstein Kiel lief bereits die Schlussphase, da wollte es TuS-Youngster Pascal Eggert noch mal so richtig wissen. Auf der linken Außenbahn nahm er Fahrt auf und forderte mit Florian Meyer ausgerechnet den besten Mann auf dem Platz zum Duell.

Übersteiger, Richtungsänderung, Tempowechsel - an dem Kieler musste doch vorbeizukommen sein! Doch Meyer blieb cool, stellte einfach im richtigen Moment sein Bein raus, und schon hatte er den Ball. So deutlich wie hier zeigte sich der Zwei-Klassen-Unterschied auch im Ergebnis: Dassendorf: null. Kiel: 14.

Das war dann doch ein Resultat, bei dem nicht jeder zur Tagesordnung übergehen mochte. "Wir sind einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen", ärgerte sich André Feddern, "wir müssen enger an die Leute ran, aber das ist schwer, wenn nicht jeder mitmacht." Das Kieler Kombinationsfeuerwerk war beeindruckend: Mit sechs, acht Mann stürmten die "Störche" oft auf den gegnerischen Strafraum zu, ließen den Ball dabei so blitzschnell durch ihre Reihen wandern, dass die Dassendorfer gedanklich kaum hinterher kamen.

In der ersten Hälfte wehrte sich die TuS noch ganz gut, der 0:3-Pausenstand war aller Ehren wert und hätte knapper ausfallen können. Denn nach einer Flanke von Eggert stand Felix Anders in der 32. Minute völlig frei, doch sein Volleyschuss ging drüber. So nahe sollten die Dassendorfer einem Ehrentreffer nie wieder kommen. "Mit der ersten Hälfte bin ich sehr zufrieden. Nach der Pause hat dann defensiv der Wille gefehlt", urteilte TuS-Coach Jörn Geffert.

Wenn es aber trotz des 0:14 auf Dassendorfer Seite einen Gewinner gab, dann war es Jamal Umoru. Unter dem früheren Coach Oliver Schweißing noch Stürmer, hat sich der 28-Jährige mittlerweile als Innenverteidiger einen Stammplatz erkämpft. "Ich habe ihm gleich im ersten Training im Dezember gesagt: Wenn du weiter hier bei mir Fußball spielen willst, dann auf dieser Position", betont Geffert. Ein Wunsch, der bei Umoru auf Gegenliebe stieß. "Ich habe schon als Jungspund vor zehn Jahren beim SV Lurup mit Oliver Leinroth die Innenverteidigung gebildet", erzählt er. Kein Wunder, dass das Experiment glückte. Umoru wurde zum großen Gewinner der Vorbereitung. Geffert: "Eine Eins plus mit Sternchen."

Torfolge: 0:1 Tim Wulff (4.), 0:2 Wulff (41.), 0:3 Jaroslaw Lindner (42.), 0:4 Fiete Sykora (49.), 0:5 Sykora (53.), 0:6 Florian Meyer (57.), 0:7 Meyer (73.), 0:8 Yannik Jakubowki (75.), 0:9 Jakob Sachs (77.), 0:10 Sykora (79.), 0:11 Sachs (84.), 0:12 Karsten Fischer (85.), 0:13 Meyer (86.), 0:14 Fischer (90.).