Blitzturnier

FC St. Pauli II gewinnt das Herz eines besonderen Fans

Curslack (hbo). Torsten Henke traute seinen Augen nicht. Da traten seine Oberliga-Fußballer des SV Curslack-Neuengamme beim eigenen Blitzturnier gerade gegen den FC St. Pauli II an, und seine Frau Melanie erschien mit einer Mütze des Kiezklubs auf dem Haupt auf der Anlage.

"Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Am liebsten hätte ich sie eine Bank weitergeschickt", echauffierte sich der SVCN-Coach später witzelnd über das "Fehlverhalten" seiner Gemahlin. Es dürften später noch einige mehr oder minder ernste Worte im Hause Henke gesprochen worden sein, zumal sich der Nachwuchs des Zweitligisten zudem "erdreistete", das Turnier nach 2:1-Erfolgen über die TuS Dassendorf und den SVCN gewonnen zu haben.

Einen Pokal gab es am Ende der inoffiziellen Veranstaltung am Gramkowweg für den Sieger zwar nicht. Dafür aber einige Erkenntnisse für die drei teilnehmenden Teams. Da war St. Pauli. Das Ensemble von Coach Jörn Großkopf sorgte für seichte Fußball-Unterhaltung, in dem es die Kugel geschmeidig und einigermaßen schnell durch die eigenen Reihen laufen ließ. So richtig erwärmend war das irgendwie wie am Reißbrett geplante Gebolze aber auch nicht. Gegen Dassendorf wäre der stereotype Fußball beinahe in einem Remis geendet, wenn die TuS-Kicker in den Schlussminuten etwas exakter gezielt hätten. Tim Stegmanns Traumtor in den Giebel zum 1:2 war allerdings alleine das Eintrittsgeld wert.

Es folgten Andrea Henkes "Mützen"-Affront gegen ihren Mann und eine 1:2-Pleite Curslacks gegen St. Pauli. Erdinc Örün brachte die Vierländer in Führung, Petar Filipovic per Freistoß und Fousseni Allasani mit einem Strafstoß drehten die Partie zugunsten des Favoriten. "Wir haben ärgerliche Gegentore bekommen", resümierte Torsten Henke.

Im letzten Turnierspiel ging es für den SVCN dann gegen Dassendorf. Die TuS hatte schon gegen St. Pauli aufhorchen lassen und war nun ebenfalls ebenbürtig. Interimscoach Jörn Geffert trieb seine in der Landesliga zuletzt hin und wieder phlegmatisch agierenden Kicker lautstark an. "Überragend. Super. Okay" - um nur einige Auszüge zu nennen. Der neue Mann an der an der Linie ist ein Motivator. Die häufig mangelnde Effizienz im TuS-Spiel hat Geffert indes auch noch nicht abstellen können. Trotz zahlreicher Chancen unterlag seine Elf am Ende mit 0:2. Sinisa Veslinovic und Ingo Carstensen trafen für Curslack.